Forscher der Universität Uppsala planen, die Wirkung von elterngeleiteten Interventionen wie Haut-zu-Haut-Kontakt, Stillen und mütterlichem Live‑Singen auf das Schmerzempfinden von Säuglingen während einer Blutabnahme zu analysieren. Ziel ist es, die zugrunde liegenden neuronalen Prozesse zu identifizieren, um die Versorgung von Neugeborenen in der Intensivpflege zu optimieren.
Methodisches Vorgehen
Zwanzig Eltern‑Säugling‑Paare werden während einer geplanten Venenpunktion beobachtet. Die Eltern bleiben in direktem Kontakt zum Kind, während die jeweiligen Interventionen nacheinander durchgeführt werden. Die Messungen erfolgen mit funktioneller Nahinfrarot‑Spektroskopie (fNIRS) im Hyperscanning‑Modus, wodurch simultane Hirnaktivität beider Partner erfasst wird.
Ergänzende physiologische Parameter
Parallel zur fNIRS‑Aufzeichnung werden Hautleitfähigkeit, Herzfrequenzvariabilität und die Blickrichtung der Eltern gemessen, um ein umfassendes Bild der physiologischen Reaktionen zu erhalten. Zusätzlich wird das Schmerzverhalten der Säuglinge anhand des Behavioral Indicators of Infant Pain (BIIP) bewertet.
Analyse sozial‑musikalischer Interaktionen
Die Interaktionen zwischen Eltern und Kind werden mikroanalytisch untersucht, um mögliche Zusammenhänge zwischen musikalischer Stimulation und neuronaler Synchronisation aufzudecken. Hierbei wird insbesondere die Rolle des Live‑Singens im Vergleich zu den anderen Interventionen beleuchtet.
Relevanz fĂĽr die neonatale Versorgung
Erwartet wird, dass die Ergebnisse Aufschluss darüber geben, welche elterngeleiteten Maßnahmen die effektivste analgetische Wirkung entfalten und welche Hirnregionen dabei besonders aktiviert werden. Solche Erkenntnisse könnten Leitlinien für die Schmerzbehandlung von Neugeborenen in Kliniken weltweit beeinflussen.
Ethik und Genehmigung
Die schwedische Ethikkommission für Forschung hat das Vorhaben unter der Kennziffer Dnr 2025‑02283‑01 genehmigt. Alle teilnehmenden Eltern geben ihr schriftliches Einverständnis, bevor die Messungen beginnen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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