USA: Studie zur Resilienz von Agrarreformgemeinden im Amazonas
Ein neu konzipiertes Forschungsprojekt kombiniert quantitative und qualitative Verfahren, um die Wirksamkeit von Klimaanpassungsstrategien und die Widerstandsfähigkeit von Agrarreformgemeinden im Bundesstaat Pará, Brasilien, zu bewerten. Das Vorhaben richtet sich an 15 Gemeinden, die im Rahmen des brasilianischen Landumverteilungsprogramms entstanden sind.
Hintergrund
Der Klimawandel verschärft soziale, wirtschaftliche und ökologische Verwundbarkeiten in ländlichen Regionen des Amazonas. Die Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen und begrenzte institutionelle Kapazitäten erschweren Anpassungsprozesse. In diesem Kontext wird die Bioökonomie häufig als nachhaltiger Entwicklungsweg diskutiert, doch empirische Evidenz zu ihrem Beitrag zur Resilienz fehlt bislang.
Methodik
Das Forschungsteam nutzt ein mehrstufiges Design: (i) Sekundärdaten zu sozioökonomischen, klimatischen und politischen Indikatoren werden ausgewertet; (ii) halbstrukturierte Interviews mit kommunalen Leitern (1‑3 pro Gemeinde) werden geführt; (iii) Fokusgruppen mit lokalen Führungspersonen (8‑12 pro Siedlung) werden organisiert; (iv) Haushaltsbefragungen erfassen 20‑50 Familien pro Siedlung. Die primären Messgrößen umfassen den Index für Einkommens‑ und Lebensunterhaltsdiversifizierung (ILDI), die Skala zur Wahrnehmung von Klimaverwundbarkeit (CVPS), den Bioökonomie‑Engagement‑Index (BEI) sowie den Index für berichtete adaptive Kapazität (RACI). Sekundäre Kennzahlen beinhalten den Index für Diversität von Anpassungsstrategien (ASDI) und eine Typologie kommunaler Klima‑Engagement‑Profile (MCET).
Quantitative Analysen basieren auf mehrstufigen linearen und generalisierten linearen Modellen (LMM/GLMM). Qualitative Daten werden mittels reflexiver thematischer Analyse ausgewertet, bevor beide Datensätze im Rahmen eines Triangulations‑Ansatzes integriert werden.
Erwartete Ergebnisse
Die Studie soll ein umfassendes Rahmenwerk liefern, das Indikatoren für Verwundbarkeit, adaptive Kapazität und Bioökonomie‑Engagement zusammenführt. Durch die Kombination von Haushaltsbefragungen, Feldinterviews und kommunaler Politik‑Analyse wird ein transparentes, reproduzierbares Verfahren zur Bewertung lokaler Klimaanpassungsprozesse bereitgestellt.
Die Resultate sollen Kommunen und Landesbehörden bei der Gestaltung und Stärkung von Anpassungsinitiativen unterstützen und zugleich evidenzbasierte Beiträge zu den Sustainable Development Goals 2 (Kein Hunger), 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) und 15 (Leben an Land) leisten.
Bedeutung für Politik und Forschung
Obwohl das Projekt regional fokussiert ist, ist das methodische Vorgehen darauf ausgelegt, auf andere sozioökologisch verletzliche ländliche Kontexte im Amazonas sowie vergleichbare Gebiete weltweit übertragbar zu sein. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten Entscheidungsträgern helfen, gezielte Förderungen für bioökonomische Aktivitäten zu planen und gleichzeitig die Resilienz gegenüber klimatischen Risiken zu erhöhen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
