USA: Studie zu Internetgaming und Gamingstörung bei Jugendlichen
Forscher aus Zentralchina haben in einer zweijährigen Längsschnittuntersuchung den Zusammenhang zwischen Internetgaming, den wahrgenommenen kurz- und langfristigen Kosten sowie Nutzen und der Entwicklung einer Internetgaming‑Störung (IGD) bei Jugendlichen analysiert. Die zentrale Erkenntnis lautet, dass höhere IGD‑Symptome zu einer stärkeren Wahrnehmung von Kosten führen, während umgekehrte Effekte nicht nachgewiesen wurden.
Methodisches Vorgehen
Im Rahmen eines Panel‑Designs wurden Erstklässler von vier weiterführenden Schulen im zentralen China rekrutiert. Die Stichprobe beruhte auf einer bequemen Auswahl, wobei 1.032 Teilnehmende (56 % Jungen) sowohl die Erhebung zu Studienbeginn als auch nach einem Jahr vollständig ausfüllten.
Verteilung von IGD in der Stichprobe
Zum Zeitpunkt der ersten Erhebung (T1) erfüllte ein Anteil von 14,8 % der Teilnehmenden die Kriterien für IGD, während im Folgejahr (T2) 13,9 % als betroffene Personen identifiziert wurden.
Analyse der wechselseitigen Beziehungen
Mittels Kreuzverzögerungs‑Strukturgleichungsmodellierung (cross‑lagged SEM) zeigte sich, dass ein Anstieg der IGD‑Symptome signifikant mit einer höheren Einschätzung sowohl kurzfristiger als auch langfristiger Kosten des Spielens einherging. Im Gegensatz dazu erwiesen sich die wahrgenommenen Kosten oder Nutzen nicht als prädiktiv für das Auftreten von IGD‑Symptomen.
Interpretation der Befunde
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Erleben realer negativer Konsequenzen des Internetgamings die subjektive Kostenwahrnehmung verstärkt, während diese Wahrnehmungen allein keine Schutzfunktion gegenüber einer späteren Störungsentwicklung besitzen.
Implikationen für Präventions‑ und Interventionsstrategien
Die Autoren betonen, dass Programme zur Vorbeugung von IGD nicht ausschließlich auf die Veränderung von Kosten‑ und Nutzen‑Wahrnehmungen setzen sollten, sondern verstärkt auf das Erkennen und Reduzieren bereits eingetretener negativer Folgen fokussieren.
Ausblick
Weitere Forschung solle langfristige Daten über mehrere Jahre hinweg erheben, um mögliche verzögerte Rückkopplungseffekte zwischen Kostenwahrnehmungen und IGD genauer zu beleuchten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access).
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