USA: Studie zur Auswirkung von Berufung auf Teamleistung
Kernbefunde
Eine im Fachjournal PLOS ONE veröffentlichte Untersuchung hat ergeben, dass das Empfinden einer beruflichen Berufung die Leistung von Teams in der pakistanischen Fertigungsindustrie erhöht. Der positive Zusammenhang wird durch kollaboratives Job Crafting vermittelt und durch die Qualität der Beziehung zwischen Führungskraft und Mitglied (Leader‑Member‑Exchange, LMX) verstärkt. Die Analyse beruhte auf Fragebögen von 198 Beschäftigten aus 49 Teams.
Theoretischer Hintergrund
Die Forschung greift auf Lewins Feldtheorie zurück und erweitert das bislang vorwiegend individuelle Konzept der Berufung auf die Ebene von Arbeitsteams. Gleichzeitig wird das Konzept des kollaborativen Job Craftings als möglicher Mechanismus eingeführt, über den individuelle Sinnhaftigkeit kollektive Ergebnisse beeinflussen kann.
Methodik
Die Daten wurden mittels standardisierter Fragebögen erhoben. Die Stichprobe umfasste 198 Arbeiter aus 49 Fertigungsteams in Pakistan. Die Messinstrumente erfassten das Ausmaß der empfundenen Berufung, das Ausmaß des kollaborativen Job Craftings, die Qualität der LMX‑Beziehung und die objektiv gemessene Teamleistung.
Ergebnisse
Statistische Analysen zeigen, dass ein stärker ausgeprägtes Berufungsgefühl mit einer höheren Teamleistung korreliert. Dieser Effekt wird vollständig durch kollaboratives Job Crafting vermittelt, das heißt, Teams, in denen Mitglieder aktiv ihre Aufgaben gemeinsam umgestalten, erzielen bessere Ergebnisse. Zusätzlich verstärkt eine hohe LMX‑Qualität den indirekten Zusammenhang zwischen Berufung und Teamleistung.
Bedeutung für die Praxis
Die Ergebnisse legen nahe, dass Führungskräfte das Berufungsgefühl ihrer Mitarbeitenden fördern und gleichzeitig Strukturen für gemeinsames Job Crafting etablieren sollten. Ein gutes LMX‑Verhältnis kann dabei als zusätzlicher Hebel wirken, um die positiven Effekte zu maximieren.
Einschränkungen und Ausblick
Die Untersuchung basiert auf Selbstauskunftsdaten aus einem spezifischen Industriesektor und einem einzelnen Land, wodurch die Generalisierbarkeit begrenzt sein könnte. Zukünftige Forschung sollte weitere Branchen und kulturelle Kontexte einbeziehen sowie Längsschnittdesigns nutzen, um Kausalitäten genauer zu prüfen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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