Hintergrund und Ziel
Forscher wollten die Messung der Sehschärfe (VA) verbessern, indem sie unerwünschte optische Artefakte bei Patienten mit Netzhauterkrankungen reduzieren. Dabei wurde untersucht, welchen Einfluss Alter sowie inhärente und induzierte Aberrationen auf die VA haben.
Methodik
Die Untersuchung umfasste 30 gesunde Kontrollen und 17 Patienten mit Veränderungen im hinteren, vorderen oder kombinierten Augenabschnitt. Die VA wurde mit einem Maxwellian‑View‑System und einer Pupillengröße von 3 mm ermittelt, wobei nur Defokus korrigiert wurde. Ein einzelner Buchstabe E wurde in einem kleinen Sichtfeld projiziert, um Blendung, Überlagerung und Fixationsfehler zu minimieren.
Analyse der Aberrationen
Inhärente Aberrationen (Astigmatismus, sphärische Aberration, RMSHO) sowie induzierte Aberrationen (sphärische Aberration, Koma) wurden separat bewertet. Optische Kohärenztomographie lieferte die zentrale Makuladicke, die mit den Aberrations‑ und VA‑Ergebnissen verglichen wurde.
Einfluss von Alter und inhärenten Aberrationen
Bei den Kontrollen zeigte sich ein signifikanter Anstieg des RMSHO mit dem Alter (p = 0,014), jedoch ohne Auswirkung auf die VA. Der inhärente Astigmatismus war hingegen mit einer schlechteren VA assoziiert (p = 0,011), ein Zusammenhang, der bei den Patienten nicht nachgewiesen wurde.
Auswirkungen induzierter Aberrationen
Die Einführung von induzierten Aberrationen, die einer 5‑mm‑Pupille entsprachen, verschlechterte die mittlere VA sowohl bei Kontrollen als auch bei Patienten signifikant (p < 0,001). Positive sphärische Aberrationen führten zu einer stärkeren Verschlechterung der VA als negative Aberrationen.
Zusammenhang mit Makuladicke
Die gemessene zentrale Makuladicke wurde hinsichtlich ihrer Beziehung zu den Aberrations‑ und VA‑Daten geprüft, wobei im vorliegenden Abstract keine signifikanten Korrelationen angegeben wurden.
Schlussfolgerungen
Der Einsatz von Maxwellian‑View‑Technik und einer 3‑mm‑Pupille reduziert optische Aberrationen und deren Einfluss auf die VA. Dennoch bleibt der verbleibende Astigmatismus der wichtigste Faktor, der mit einer verminderten VA verbunden ist, was für die Behandlung von Patienten mit Netzhauterkrankungen relevant ist.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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