Studie zeigt Einfluss von Eigenzitaten auf Peer‑Review‑Entscheidungen
International: Studie zeigt Einfluss von Eigenzitaten auf Peer‑Review‑Entscheidungen
Eine aktuelle Untersuchung hat ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit einer positiven Begutachtung steigt, wenn Reviewer in späteren Versionen eines Manuskripts zitiert werden. Dabei zeigte das Ergebnis für Zitate nach der ersten Version ein Odds Ratio von 1,61 (adjustiertes 99,4‑%‑KI: 1,16–2,23), während Zitate in der ersten Version keinen signifikanten Effekt hatten (Odds Ratio 0,84; KI 0,69–1,03).
Studienaufbau
Die Autoren nutzten ein gematchtes Beobachtungsdesign und analysierten mehr als 37.000 Peer‑Reviews aus vier Fachzeitschriften, die offene Begutachtung und die Veröffentlichung aller Manuskriptversionen praktizieren.
Ergebnisse im Detail
Reviewer, die in einer überarbeiteten Version des Artikels zitiert wurden, empfahlen häufiger eine Annahme (Odds Ratio 1,61). Im Gegensatz dazu waren Reviewer, die in der ersten Version genannt wurden, nicht eher geneigt, das Manuskript zu befürworten (Odds Ratio 0,84).
Einfluss von Zitierungswünschen
Reviewer, die aktiv forderten, dass ihre eigenen Arbeiten zitiert werden, zeigten insgesamt eine geringere Bereitschaft zur Genehmigung (Odds Ratio 0,15; KI 0,08–0,30), wobei der stärkste Effekt nach der ersten Version beobachtet wurde.
Transaktionaler Charakter von Peer Review
Die Studie legt nahe, dass einige Reviewer ihre Empfehlung stark davon abhängig machen, ob ihre eigenen Publikationen berücksichtigt werden. Insbesondere stieg die Wahrscheinlichkeit einer positiven Bewertung für überarbeitete Artikel, die die geforderten Eigenzitate enthielten, auf ein Odds Ratio von 3,5 (95‑%‑KI: 2,0–6,1).
Frühere Forschung und Kontext
Frühere Analysen haben bereits von potenziell erzwungenen Zitierungen berichtet, jedoch liefert diese Untersuchung quantitative Evidenz für den Zusammenhang zwischen Eigenzitaten und Begutachtungsentscheidungen.
Ausblick
Die Autoren betonen, dass die Ergebnisse darauf hinweisen, dass Zitierungsforderungen den Peer‑Review‑Prozess in eine transaktionale Beziehung verwandeln können, was die Objektivität der Begutachtung beeinträchtigen könnte.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von eLife, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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