Hintergrund
Forscher untersuchten, inwiefern sich Männer und Frauen in ihrer subjektiven Gefühlswahrnehmung und in spontanen Gesichtsausdrücken unterscheiden, wenn sie natürliche emotionale Videos sehen. Ziel war es, mögliche Diskrepanzen zwischen Selbsteinschätzung und äußerem Ausdruck zu identifizieren.
Methodik
In einer Stichprobe von 148 gesunden Erwachsenen aus Südkorea wurden Videoclips präsentiert, die Freude, Angst, Traurigkeit und neutrale Zustände hervorriefen. Während des Betrachtens wurden Gesichtsausdrücke automatisiert mit der iMotions‑Software erfasst. Anschließend bewerteten die Teilnehmenden ihre Erlebnisse auf Skalen für einzelne Emotionen (Freude, Traurigkeit, Ekel, Angst) sowie auf den affektiven Dimensionen Valenz und Erregung. Altersvariablen wurden statistisch kontrolliert und nicht‑parametrische Analysen auf altersadjustierten Werten durchgeführt.
Ergebnisse – Freude
Bei den Freudenstimuli zeigten Frauen intensivere positive Gesichtsausdrücke als Männer, obwohl beide Geschlechter vergleichbare Selbstberichte zur erlebten Freude angaben.
Ergebnisse – Angst
Für Angststimuli berichteten Frauen höhere Angst‑/Furchtwerte und zeigten gleichzeitig stärkere negative Gesichtsausdrücke im Vergleich zu Männern.
Ergebnisse – Traurigkeit
Bei Traurigkeit gaben Frauen höhere Traurigkeitsscores an, jedoch ohne erkennbare Unterschiede in den entsprechenden Gesichtsausdrücken zwischen den Geschlechtern.
Weitere Befunde
Zusätzlich nannten Frauen für negative Stimuli höhere Erregungswerte als Männer.
Diskussion
Die Analyse offenbarte, dass geschlechtsspezifische Unterschiede stark von der jeweiligen Emotion und dem untersuchten Komponentenbereich abhängen. Während bei Freude eine klare Übereinstimmung zwischen Selbstbericht und Gesichtsausdruck bestand, war diese bei Traurigkeit schwächer. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, sowohl subjektive als auch objektive Messungen zu kombinieren, um emotionale Prozesse umfassend zu erfassen, und bieten eine kulturbezogene Validierung dynamischer Video‑Paradigmen für koreanische Populationen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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