Kernergebnis
Forscher haben in einer japanischen Emupopulation eine nicht‑synonyme Substitution (c.267A > C, p.Leu89Phe) im Gen für Stearoyl‑CoA‑Desaturase (SCD) identifiziert und festgestellt, dass diese Variante keinen signifikanten Einfluss auf Fettproduktions‑ oder Fleischertragsmerkmale hat. Gleichzeitig zeigte die Analyse, dass die Menge an SCD‑Transkripten negativ mit dem Fettgehalt und positiv mit dem Fleischertrag korreliert.
Hintergrund
Der Emu wird wegen seines Fleisches, seiner Eier und insbesondere des aus dem Fett gewonnenen Emu‑Öls geschätzt, das entzündungshemmende und anti‑melanogene Eigenschaften besitzen soll. Trotz dieser wirtschaftlichen Bedeutung gibt es bislang wenige Studien zur genetischen Optimierung von Ertragsmerkmalen bei Emus.
Methodik
Die Autoren untersuchten eine Zuchtpopulation von Emus, bestimmten das Vorhandensein der SCD‑Variante mittels DNA‑Sequenzierung und verglichen Fettgewicht pro Körpergewicht, Schmelzpunkte des Fetts sowie die Fettsäurezusammensetzung zwischen den Genotypen AA und AC. Zusätzlich wurden SCD‑Transkriptmengen mittels quantitativer PCR gemessen.
Ergebnisse zur Fettproduktion
Bei den männlichen Tieren waren die Fettgehalte bei den Genotypen AA und AC höher als bei den weiblichen Gegenstücken, jedoch zeigten sich innerhalb der Geschlechter keine signifikanten Unterschiede zwischen den Genotypen. Die Fettmelzpunkte und die Fettsäureprofile variierten ebenfalls nicht in Abhängigkeit vom SCD‑Genotyp.
Genexpression und Korrelationen
Die Analyse der SCD‑Transkriptmengen ergab eine signifikante negative Korrelation mit dem Fettgehalt (P < 0,01) und eine signifikante positive Korrelation mit dem Fleischertrag (P < 0,05). Diese Befunde deuten darauf hin, dass die Expression des SCD‑Gens eher mit der Umverteilung von Fett zu Muskelgewebe zusammenhängt als mit der Gesamtfettmenge.
Schlussfolgerungen
Die Untersuchung legt nahe, dass die c.267A > C‑Polymorphie im SCD‑Gen kein geeigneter Marker für die Zucht von Emus mit verbessertem Fett‑ oder Fleischertrag ist. Stattdessen könnte die Regulation der SCD‑Expression ein interessanter Ansatzpunkt für zukünftige Zuchtstrategien sein. Die Autoren empfehlen weitere Studien, um die funktionellen Zusammenhänge zwischen SCD‑Expression und Produktivität bei Emus genauer zu beleuchten.
[Lizenzangabe]: ‚Public Domain (U.S. Government Work)‘
[Zusatz]: “
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