USA: Fiskalpolitische Maßnahmen in Peru – Auswirkungen auf Übergewicht und Stunting
Eine aktuelle Studie von Escher, Gonçalves, Valdivia und weiteren Autor*innen untersucht, wie die Umwidmung von Einnahmen aus ungesunden Lebensmittel‑ und Getränkesteuern die Häufigkeit von Übergewicht und kindlicher Stunting in Peru beeinflussen kann. Die Modellrechnungen erstrecken sich über den Zeitraum 2024 bis 2040 und basieren auf sekundären Daten sowie veröffentlichten Effektgrößen.
Modellansatz und Szenarien
Die Forschenden entwickelten ein System‑Dynamics‑Modell, das Übergewicht bei Erwachsenen und Stunting bei Kindern im reproduktionsfähigen Alter simuliert. Mehrere fiskalpolitische Szenarien wurden anhand von WHO‑Empfehlungen und dem peruanischen Politikrahmen definiert. Zur Validierung des Modells wurden diverse Tests durchgeführt, um das Vertrauen in die Ergebnisse zu stärken.
Erwartete Effekte auf Übergewicht
Die Simulationen zeigen, dass zusätzliche Steuern auf ungesunde Lebensmittel und Getränke die kumulierten Personen‑Jahre mit erwachsenem Übergewicht zwischen 2024 und 2040 um –58,6 Millionen (95 %‑Unsicherheitsintervall [UI] [–77,7, –37,9]) reduzieren könnten. Der größte Nutzen entfällt dabei auf die wohlhabendsten Bevölkerungsschichten.
Erwartete Effekte auf Stunting
Durch die Reinvestition der Steuererlöse in das bestehende bedingte Bargeldtransferprogramm könnte die kumulierte Zahl der Personen‑Jahre mit kindlicher Stunting bis 2040 um bis zu 876 tausend (95 %‑UI [–1 139, –567]) sinken. Nach Schätzungen würden 82 % der Einsparungen bei den ärmsten Haushalten realisiert.
Verteilungseffekte
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass fiskalpolitische Maßnahmen sowohl übergewichtsspezifische als auch unterernährungsbezogene Vorteile bieten, wenn die Einnahmen gezielt umverteilt werden. Während die Steuererhöhung vornehmlich die reicheren Konsumenten entlastet, stärkt die Rückführung in Sozialprogramme die ärmsten Haushalte.
Politischer Kontext und Implikationen
Peru hat bereits verschiedene fiskalische Instrumente zur Bekämpfung von Ernährungsproblemen eingeführt, jedoch bislang getrennt. Die Studie legt nahe, dass eine integrierte Strategie, die Steuererhöhungen mit sozialen Transfermaßnahmen kombiniert, eine doppelte Wirkung erzielen kann.
Einschränkungen und Ausblick
Die Analyse beruht auf mehreren Annahmen über das Verhalten von Konsumenten und die Umsetzung von Politiken und berücksichtigt keine Kosten‑Wirksamkeits‑Analyse, da ältere Altersgruppen nicht einbezogen wurden. Zukünftige Forschungen sollten diese Aspekte adressieren, um fundierte Entscheidungen zu unterstützen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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