USA: Lebensmittelunsicherheit von HIV‑Patienten während der COVID‑19‑Pandemie
Studienziel und Kontext
In einer im Jahr 2022 veröffentlichten Untersuchung analysierten Forschende, wie sozio‑demografische Merkmale, das Engagement in der HIV‑Versorgung und Erfahrungen mit Lebensmittelunsicherheit bei Menschen mit HIV (PWH) während der ersten Welle der COVID‑19‑Pandemie zusammenhängen.
Methodik
Die Studie kombinierte quantitative und qualitative Ansätze. Einmalig wurden 283 PWH, die in zwei HIV‑Kliniken im Nordosten der USA behandelt wurden, telefonisch befragt. Zusätzlich führten die Forschenden vier Fokusgruppen mit insgesamt 23 klinischen Mitarbeitern durch.
Zentrale Ergebnisse
Von den befragten PWH gaben 30,7 % (n = 87) an, zu Beginn der Pandemie von Lebensmittelunsicherheit betroffen zu sein. Diese Zahl verdeutlicht das Ausmaß der Problematik in einer vulnerablen Patientengruppe.
Statistisch signifikante Faktoren
Die Analyse ergab, dass das Wohnen in Brooklyn, New York, Arbeitslosigkeit vor Ausbruch der Pandemie sowie erhebliche Änderungen des täglichen Ablaufs durch die Pandemie signifikant mit dem Erleben von Lebensmittelunsicherheit assoziiert waren.
Qualitative Erkenntnisse
Die Auswertung freier Textantworten der Patienten und der Transkripte der Fokusgruppen identifizierte Einflussfaktoren auf individueller, intrapersonaler, gemeinschaftlicher und struktureller Ebene, die das Risiko für Lebensmittelunsicherheit verstärken.
Entwickeltes Rahmenmodell
Auf Basis der Befunde stellten die Autoren ein sozial‑ökologisches Konzept vor, das die Wechselwirkungen zwischen Lebensmittelunsicherheit und COVID‑19 bei PWH visualisiert und verschiedene Einflussbereiche integriert.
Empfohlene Maßnahmen
Die Autoren betonen die Notwendigkeit, in HIV‑Versorgungssettings systematisch nach Lebensmittelbedarfen zu screenen, Patient*innen über vorhandene Hilfsprogramme zu informieren und evidenzbasierte Interventionen zur Verbesserung der Ernährungssicherheit umzusetzen.
Implikationen für die Versorgung
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Pandemie bestehende Ungleichheiten verschärft hat und gezielte, mehrschichtige Strategien erforderlich sind, um die Gesundheit von HIV‑Patienten nachhaltig zu schützen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
