USA: Studie zu Long-COVID und funktionaler somatischer Störung
Eine aktuelle Untersuchung hat ergeben, dass die gesundheitsbezogene Lebensqualität (QoL) von Long‑COVID‑Patienten nicht signifikant von einer Diagnose einer funktionalen somatischen Störung (FSD) abhängt. Die Analyse basierte auf Daten von 773 Patienten, die ein multidisziplinäres tertiäres Versorgungsprogramm für anhaltende COVID‑19‑Symptome nutzten.
Studienaufbau
Die Studie wurde im Rahmen des CASPer‑COVID‑Programms durchgeführt, das Patienten mit persistierenden Symptomen nach einer COVID‑19‑Infektion betreut. Die Teilnehmenden hatten ein mittleres Alter von 44 Jahren (IQR 36‑55) und 64 % waren weiblich. Die Lebensqualität wurde mit dem 36‑Item Short‑Form Health Survey (SF‑36) erfasst, wobei sowohl die physische Komponente (PCS) als auch die mentale Komponente (MCS) ausgewertet wurden.
Ergebnisse zur Lebensqualität
Die gemittelten Werte zeigten eine stark eingeschränkte QoL (medianer PCS 44 [IQR 31‑60]; medianer MCS 39 [IQR 31‑49]). 76,5 % der Patienten erhielten die Diagnose FSD. In den adjustierten Analysen zeigte sich jedoch kein signifikanter Zusammenhang zwischen einer FSD‑Diagnose und den PCS‑Werten (β = ‑1,60, 95 % CI ‑3,88 bis 0,67) oder den MCS‑Werten (β = 1,11, 95 % CI ‑1,30 bis 3,53).
Statistische Analyse
Mehrere Kovariaten wurden in multivariaten linearen Regressionsmodellen berücksichtigt, darunter Alter, Körper‑Masse‑Index, Begleiterkrankungen, Hospitalisierung während der akuten COVID‑19‑Phase, Kernsymptome, Symptommindestdauer, depressive und Angst‑Symptome sowie körperliche Aktivität. Die Modelle bestätigten, dass depressive und Angst‑Symptome sowie ein geringes Aktivitätsniveau signifikant mit niedrigeren PCS‑ und MCS‑Werten assoziiert waren.
Weitere Einflussfaktoren
Zusätzlich korrelierte ein niedriger PCS mit weiblichem Geschlecht, einer Hospitalisierung während der akuten Infektion und einer längeren Dauer der Symptome. Schmerzbeschwerden waren ebenfalls mit schlechteren physischen und mentalen Scores verknüpft.
Schlussfolgerung
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei Patienten, die in einem tertiären Versorgungssetting wegen Long‑COVID behandelt werden, die Diagnose einer funktionalen somatischen Störung allein keinen signifikanten Einfluss auf die gemessene Lebensqualität hat. Stattdessen scheinen psychische Belastungen, körperliche Inaktivität und Schmerz eine stärkere Rolle zu spielen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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