Eine aktuelle Studie von Pengfei Xu, Liang Zhao, Changyu Tan, Duanying Li, Lin Xie und Wei Han untersuchte, wie unterschiedliche Bewegungsumfänge und Ermüdungsgrade bei submaximalen Back‑Squats die Sprunghöhe im Gegenbewegungssprung (CMJ) beeinflussen. Die Untersuchung ergab, dass sowohl Protokolle, die bis zur Erschöpfung führen, als auch solche, die kurz vor dem Scheitern enden, die CMJ‑Höhe bei trainierten Athleten steigern, wobei die maximale Leistungssteigerung früher bei den Protokollen auftritt, die nur nahe an das Scheitern heranreichen.
Methodik
In einem counterbalancierten, wiederholten Messdesign wurden zwölf krafttrainierte männliche Athleten (Alter ≈ 24 Jahre) in vier Konditionierungsaktivitäten (CAs) getestet: tiefe Kniebeugen bis zur Erschöpfung (SDF), tiefe Kniebeugen nahe am Scheitern (SDP), halbe Kniebeugen bis zur Erschöpfung (SHF) und halbe Kniebeugen nahe am Scheitern (SHP). Alle CAs wurden mit 87 % des 1‑RM durchgeführt. Vor und nach den CAs wurde die CMJ‑Höhe in den Zeitpunkten 0, 4, 8 und 12 Minuten gemessen, während die mittlere Bewegungs‑geschwindigkeit kontinuierlich aufgezeichnet wurde.
Ergebnisse
Die initiale mittlere Geschwindigkeit unterschied sich nicht signifikant zwischen den Bedingungen (F = 1.10, ηp² = 0.07, p = 0.36). Die End‑Geschwindigkeit war jedoch in den Scheitern‑Bedingungen signifikant niedriger und ging mit einer höheren Wiederholungszahl einher (F = 6.67, ηp² = 0.31, p < 0.01). Eine signifikante Interaktion von Bedingung × Zeit zeigte sich für die CMJ‑Höhe (F = 2.231, ηp² = 0.13, p = 0.02).
Zeitspezifische Effekte
Vier Minuten nach den CAs wuchsen die CMJ‑Werte in den SDP‑ und SHP‑Bedingungen (p < 0.01 bzw. p = 0.03). Acht Minuten nach den CAs zeigten die SDF‑ und SHF‑Bedingungen signifikante Verbesserungen (p = 0.03 bzw. p < 0.01). Zwischen‑Gruppen‑Unterschiede traten erst ab acht Minuten post‑CA auf (p < 0.01 für beide Zeitpunkte), nicht jedoch bereits nach vier Minuten (p = 0.24).
Diskussion
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Protokolle, die nur nahe an das Scheitern heranreichen, eine schnellere Leistungssteigerung bewirken, während Scheitern‑Protokolle eine etwas spätere, aber ebenfalls signifikante Verbesserung ermöglichen. Zudem erwiesen sich halbe Kniebeugen als wirksamer als tiefe Kniebeugen, was auf eine effizientere Nutzung des Bewegungsumfangs hinweist.
Praktische Anwendung
Die Autoren schlagen vor, dass drei Wiederholungen des Halbsquat bei 87 % des 1‑RM als zeiteffiziente Methode zur Auslösung einer akuten Leistungssteigerung (PAPE) dienen können, insbesondere wenn explosive Leistungen unmittelbar vor Wettkämpfen oder Trainingseinheiten gefordert sind.
Einschränkungen und Ausblick
Die Stichprobe umfasste lediglich zwölf männliche Athleten, wodurch die Generalisierbarkeit auf andere Populationen eingeschränkt ist. Zukünftige Studien sollten größere, diversifizierte Stichproben sowie unterschiedliche Intensitäts‑ und Volumen‑Parameter untersuchen, um die optimalen Bedingungen für die PAPE‑Induktion zu verifizieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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