Sudan: Größte humanitäre Notlage 2026 – Hunger, Vertreibung und Gesundheitskrise
Humanitäre Lage
Die Vereinten Nationen haben die Lage im Sudan als die größte humanitäre Notlage der Welt bezeichnet. Nach Schätzungen benötigen im Jahr 2026 rund 33,7 Millionen Menschen, etwa zwei Drittel der Bevölkerung, humanitäre Hilfe. Mehr als 20 Millionen Menschen benötigen medizinische Unterstützung, während 21 Millionen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sind.
Zusammenbruch des Gesundheitssystems
Das Gesundheitssystem des Landes stehe kurz vor dem Zusammenbruch, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet. Mehr als ein Drittel aller Gesundheitseinrichtungen sei nicht funktionsfähig, wodurch Millionen von Menschen keinen Zugang zu lebenswichtiger Versorgung haben. Seit Beginn des Konflikts habe die WHO 201 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen verifiziert, die 1 858 Todesopfer und 490 Verletzte forderten.
Verdrängungskrise
Der Sudan verzeichne mit rund 13,6 Millionen Vertriebenen die weltweit größte Fluchtkrise. Davon seien etwa 9,3 Millionen Binnenvertriebene und 4,3 Millionen Menschen in Nachbarstaaten geflüchtet. Überfüllte Unterkünfte, mangelhafte sanitäre Bedingungen und unterbrochene Dienstleistungen begünstigen Ausbrüche von Cholera, Malaria, Dengue und Masern.
Kinder in der Not
Kinder machen etwa die Hälfte der Personen aus, die 2026 Hilfe benötigen. Laut UNICEF wurden im Zeitraum Januar bis November 2025 in Norddarfur rund 85 000 Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung behandelt, was einem Kind alle sechs Minuten entspricht. UNICEF warnt, dass nur ein Ende der Kämpfe die weitere Verschlechterung von Sicherheit, Gesundheit und Perspektiven für Kinder verhindern könne.
Zugang und medizinische Hilfe
Trotz anhaltender Unsicherheit und administrativer Hürden setze die WHO ihre Unterstützung fort und habe bereits über 3 300 metrische Tonnen Medikamente und medizinische Ausrüstung im Wert von rund 40 Millionen US‑Dollar bereitgestellt. Die Organisation fordert jedoch ungehinderten Zugang zu allen betroffenen Gebieten, um lebensrettende Maßnahmen auszuweiten.
Forderungen nach Frieden
Sahbani von der WHO betont, dass humanitäre Maßnahmen allein nicht ausreichen, solange die Kampfhandlungen andauern. Beigbeder von UNICEF fordert alle Konfliktparteien auf, ihre Pflichten nach dem humanitären Völkerrecht zu erfüllen, Zivilisten zu schützen und den humanitären Zugang zu gewährleisten.
Finanzierungsbedarf
Zusätzlich zu den Zugangsforderungen wird ein erheblicher Anstieg der finanziellen Mittel gefordert, um die wachsende Nachfrage nach Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung und Unterbringung zu decken. Ohne ausreichende Mittel drohe ein weiteres Vergrößern der Krise.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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