Massiver Protest am 9. September
Eine Koalition von 601 zivilgesellschaftlichen Gruppen versammelte sich am 9. September 2026 vor der US-Botschaft in Seoul und marschierte anschließend zum Amtssitz des Präsidenten, dem Blue House. Die Demonstrierenden forderten ein Ende der geplanten militärischen Beteiligung Südkoreas am Konflikt im Persischen Golf und warnten, dass ein solcher Einsatz die Verfassung und die Souveränität des Landes verletze.
Hintergrund der geplanten Truppenentsendung
Nach der gemeinsamen militärischen Aktion der USA und Israels gegen den Iran im Frühjahr 2026, gefolgt von einer iranischen Blockade der Straße von Hormus, drängte die US-Regierung unter Präsident Donald Trump ihre Verbündeten, den Seeweg wieder zu öffnen. Im Vorfeld der US‑Japan‑Südkorea‑Truppenübung kündigte Trump an, die amerikanische Beteiligung zu reduzieren, weil Seoul zögere. Gleichzeitig stellte Washington im September ein gezieltes Zolltarifprogramm für Halbleiterimporte vor, das eindeutig auf Südkorea abzielte.
Reaktionen von Gewerkschaften und Parteien
Der Koreanische Gewerkschaftsbund (KCTU) veröffentlichte eine Erklärung, in der er jede Form von Truppenentsendung ablehne und die Gefahr einer „imperialen Kriegführung“ betone. Der Vorsitzende des Seoul Candlelight Action, Lee Mu‑jin, kritisierte die wirtschaftliche Erpressung der USA und forderte die Regierung auf, die nationale Souveränität zu verteidigen. Auch die Grünen und die Justizpartei bezeichneten die US‑Initiative als „Warmongering“ und äußerten Bedenken gegenüber einer Beteiligung Südkoreas.
Weitere Demonstrationen
Kleinere Proteste fanden am 5. September statt, als die Gruppe „People in Solidarity with Palestinians“ eine Notfallkundgebung organisierte. Am 7. September kam es zu Aktionen auf Universitätsgeländen und im Stadtzentrum von Seoul, bei denen Slogans wie „Keine Kriege! Keine Truppen!“ skandiert wurden.
Warnung aus Teheran
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baqaei, veröffentlichte auf X eine Botschaft in koreanischer Sprache, in der er auf „ernsthafte Konsequenzen“ bei einer südkoreanischen Militärpräsenz in Hormus hinwies und ein Bild mit der Aufschrift „Gefährliche Entscheidungen haben ihren Preis“ anhängte.
Verfassungsrechtliche Bedenken
Die Koalition „Joint Action Against War of Aggression and Troop Deployment“ berief sich in einer Erklärung auf Artikel 5 der südkoreanischen Verfassung, der ein „Verbot aggressiver Kriegsführung“ festschreibe. Sie bezeichnete die US‑ und Israel‑Aktion als „unrechtmäßigen Krieg der Aggression“ und betonte, dass die Entsendung von Truppen das Grundgesetz verletze.
Ausblick und nächste Aktionen
Die südkoreanische Regierung hat angekündigt, die öffentliche Meinung zu berücksichtigen, bevor sie eine Entscheidung trifft. Umfragen zeigen, dass eine knappe Mehrheit der Bevölkerung einer Truppenentsendung skeptisch gegenübersteht. Die zivilgesellschaftliche Koalition plant eine weitere Großkundgebung für den 12. September, um den Druck auf die Regierung zu erhöhen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Global Voices, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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