Ein systematischer Review fasst die Ergebnisse von Notfall‑medizinischen Diensten (EMS) zusammen, die Naloxon bei Patienten mit opioid‑assoziiertem außer‑klinischem Herzstillstand (OA‑OHCA) verabreicht haben. Die Analyse zeigt, dass nur wenige Studien die Wirksamkeit von Naloxon in dieser Situation untersuchen und die berichteten Überlebensraten stark variieren.
Hintergrund
Opioid‑bedingte Todesfälle steigen weltweit, wobei die Behandlung von OA‑OHCA bislang unklar bleibt. Während Naloxon die Atemdepression schnell umkehren kann, ist sein Nutzen bei Herzstillstand nicht belegt.
Methodik
Nach PRISMA‑Richtlinien wurden OVID Medline, Embase und Cochrane bis Dezember 2024 durchsucht. Eingeschlossen wurden peer‑reviewte Originalstudien, die EMS‑Patienten mit OA‑OHCA und Naloxon‑Verabreichung beschrieben. Zwei unabhängige Prüfer führten Titel‑, Abstract‑ und Volltext‑Screenings in Covidence durch und extrahierten relevante Daten. Aufgrund heterogener Studienbedingungen wurde keine Metaanalyse durchgeführt.
Ergebnisse der Literatursuche
Aus 4 814 identifizierten Artikeln erfüllten acht Studien die Einschlusskriterien. Sieben Studien waren retrospektive Kohorten aus den USA, eine prospektive Kohorte stammte aus Dänemark. Der gesamte Datensatz umfasste 1 294 Patienten, wobei die Stichprobengröße pro Studie zwischen 16 und 471 lag.
Bewertung der Evidenz
Die Risikobewertung zeigte bei sieben Studien ein niedriges bis moderates Bias‑Risiko, bei einer Studie ein ernsthaftes Risiko. Die Rate der Rückkehr spontaner Kreislauffunktion (ROSC) variierte stark zwischen 4,3 % und 50 %. Die Überlebensrate bis zur Krankenhausaufnahme lag zwischen 11,1 % und 55 %, während die Entlassungsrate 0 % bis 20,4 % betrug.
Interpretation
Die vorhandenen Daten deuten darauf hin, dass Naloxon bei OA‑OHCA nur begrenzte und stark unterschiedliche Effekte auf das Überleben hat. Die geringe Zahl und die methodische Heterogenität der Studien verhindern definitive Schlussfolgerungen.
Implikationen fĂĽr die Praxis
Die Ergebnisse legen nahe, dass EMS‑Protokolle den Naloxone‑Einsatz bei OA‑OHCA kritisch prüfen sollten, bis robuste Evidenz vorliegt. Weitere prospektive, multizentrische Studien sind erforderlich, um den potenziellen Nutzen und optimale Einsatzzeitpunkt zu bestimmen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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