USA: Systematischer Überblick zu mündlichen Prüfungen in Medizin und Paramedizin
Hintergrund und Zielsetzung
Eine umfassende systematische Übersicht wurde durchgeführt, um zentrale Herausforderungen, Anforderungen und Lösungsansätze für mündliche Prüfungen im medizinischen und paramedizinischen Bereich zu identifizieren. Die Untersuchung richtete sich an Studierende und Ärzt*innen in Ausbildung und analysierte Publikationen bis zum 23. Juni 2025.
Methodik
Nach den PRISMA‑Richtlinien erfolgte eine Suche in 14 Datenbanken, darunter PubMed, Scopus und Web of Science. Drei unabhängige Prüfer*innen selektierten Titel, Abstracts und Volltexte, wobei ausschließlich englischsprachige Originalstudien berücksichtigt wurden. Die Qualitätsbewertung erfolgte mit QUADAS, und die Daten wurden mittels thematischer Analyse ausgewertet.
Studienlage
Von 25 594 erfassten Datensätzen wurden nach Duplikatsprüfung und Screening 102 Studien eingeschlossen. Der Publikationsoutput stieg nach dem Jahr 2000 stark an; 70,6 % der Arbeiten stammten aus dem Fachbereich Medizin, wobei 44,1 % die Grundausbildung und 37,3 % die Weiterbildung adressierten. Strukturierte mündliche Prüfungen (SOEs) machten 56,9 % aus und zeigten höhere Reliabilität (Median Cronbach‑Alpha 0,75; ICC 0,47–0,82) sowie moderate Validitätskorrelationen mit OSCEs (r 0,10–0,74).
Identifizierte Herausforderungen
Die Analyse ergab drei Hauptprobleme: Prüfungsvariabilität seitens der Prüfer*innen (66,7 %), Prüfungsangst bei Studierenden (41,2 %) und logistische Beschränkungen (34,3 %). Weitere Schwachstellen betrafen die Generalisierbarkeit (91,3 %) und kleine Stichprobengrößen (49,5 %).
Erforderliche Rahmenbedingungen
Zur Verbesserung wurden vier zentrale Anforderungen definiert: ein durchdachtes Prüfungsdesign, Kalibrierung der Prüfer*innen, Integration digitaler Werkzeuge und Gewährleistung von Chancengleichheit. Diese Vorgaben bilden die Basis für standardisierte und faire Bewertungsprozesse.
Umgesetzte Lösungsansätze
Die meisten Studien setzten auf Prüfer*innen‑Schulungen (60,8 %), Standardisierungsmaßnahmen (56,9 %) und technologische Unterstützung (27,5 %). Ergebnis war eine Steigerung der Durchfallquoten von 50 % bis 100 % und eine Zufriedenheitsrate von 72 % bis 96 % bei den Beteiligten.
Ausblick und Handlungsempfehlungen
Ein vorgeschlagenes Rahmenmodell empfiehlt den Einsatz von Multi‑Station‑Objektiven strukturierten Viva‑Prüfungen (OSVEs), hybride Durchführungsformen, kombinierte Bewertungsrubriken und KI‑gestützte Scoring‑Systeme. Zukünftige Forschung soll die prädiktive Validität prüfen und KI‑Lösungen weiterentwickeln, um Verzerrungen zu reduzieren und die Skalierbarkeit zu erhöhen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
Ende der Uebertragung