USA: Systematisches Tuberkulose‑Screening in lateinamerikanischen Gefängnissen – Modellierte Gesundheitseffekte und Kosten‑Wirksamkeit
Eine aktuelle Modellanalyse hat die potenziellen gesundheitlichen Vorteile und die Wirtschaftlichkeit von flächendeckenden Tuberkulose‑Screenings in Gefängnissen von Brasilien, Kolumbien und Peru untersucht. Die Simulationen decken den Zeitraum von 2026 bis 2035 ab und vergleichen unterschiedliche Zeitpunkte, Häufigkeiten und Screening‑Algorithmen.
Modellansatz und Szenarien
Die Forschenden nutzten dynamische Übertragungsmodelle, die für jedes Land kalibriert wurden. Vier Screening‑Algorithmen wurden betrachtet: (1) reines Symptomscreening, (2) Brust‑Röntgen mit computergestützter Befundung (CXR‑CAD), (3) Kombination aus Symptomen und CXR‑CAD, und (4) GeneXpert Ultra (Xpert) mit gepooltem Sputum. Zusätzlich wurden Szenarien mit jährlichem oder halbjährlichem Screening sowie mit Ein‑ und Austrittsscreenings modelliert.
Ergebnisse: Reduktion der Tuberkuloseinzidenz
Das kombinierte Szenario aus Ein‑, Austritt‑ und halbjährlichem Screening mittels CXR‑CAD erwies sich als besonders wirksam. In den Gefängnissen reduzierte es die Tuberkuloseinzidenz um 61 % bis 87 % und senkte die Inzidenz in der Gesamtbevölkerung um 18 % bis 28 % bis zum Jahr 2035.
Kosten‑Wirksamkeit
Im Vergleich zum alleinigen halbjährlichen CXR‑CAD‑Screening lag der zusätzliche Kosten‑auf‑DALY‑vermeidungs‑Wert bei $2.984 (Brasilien), $2.925 (Kolumbien) und $645 (Peru). Das Hinzufügen von Symptomscreening zu CXR‑CAD steigerte den Nutzen nur marginal und war ausschließlich in den höherinfizierten peruanischen Gefängnissen kosteneffektiv.
Alternative Strategien
In Settings ohne Zugang zu CXR‑CAD stellte das gepoolte Xpert‑Verfahren eine wirksame und kosteneffiziente Alternative dar. Halbjährliches Screening allein blieb selbst bei deutlich niedrigeren Inzidenzraten innerhalb der Gefängnisse und bei geringeren Zahlungsbereitschaften für Gesundheitsergebnisse kosteneffektiv.
Einschränkungen und Ausblick
Die Modelle vereinfachen die Tuberkulose‑Krankheitsverläufe und berücksichtigen keine Unterschiede nach Alter, Geschlecht, HIV‑Status oder Medikamentenresistenz. Trotz dieser Beschränkungen unterstützen die Ergebnisse die sofortige nationale Einführung von zweimal‑jährlichen, umfassenden Screening‑Programmen, ergänzt durch Ein‑ und Austrittsscreenings, unter Verwendung von CXR‑CAD oder gepooltem Xpert.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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