International: Tansania prüft Erhöhung der Tabaksteuer zur Gesundheitsförderung und Einnahmesteigerung
Hintergrund und Verpflichtungen
Die Regierung der Vereinigten Republik Tansania hat im Jahr 2007 das Rahmenabkommen der Weltgesundheitsorganisation zur Tabakkontrolle (WHO FCTC) ratifiziert und damit die Verpflichtung übernommen, Preis‑ und Steuermaßnahmen zu ergreifen, die Tabakprodukte weniger erschwinglich machen. Im Mai 2026 forderte das tansanische Parlament die WHO um technische und finanzielle Unterstützung, um im Finanzjahr 2026/2027 mögliche Erhöhungen der Tabaksteuer zu prüfen.
Technische Analyse und Empfehlungen
Ein dreitägiges Fachseminar wurde vom Gesundheitsministerium in Zusammenarbeit mit WHO‑HQ, den regionalen und länderspezifischen Büros organisiert. Experten aus dem Präsidentenamt, dem Premierministeramt, dem Parlament, dem Finanz‑ und Planungsministerium, der Steuerbehörde, dem Industrie‑ und Handelsministerium sowie dem Gesundheitsministerium nahmen teil. Unter Einsatz des WHO‑Tax‑Simulation‑Modells (WHO‑TaXSiM) wurden aktuelle Verbrauchsteuersysteme analysiert und verschiedene Reformoptionen modelliert. Das Ergebnis ist ein Bericht mit konkreten Handlungsempfehlungen, der den zuständigen Behörden zur weiteren Entscheidung vorgelegt wird.
Gesundheitliche und ökonomische Auswirkungen
Tabakkonsum verursacht in Tansania jährlich mehr als 21.800 Todesfälle und führt zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten. Direkte Gesundheitsausgaben belaufen sich auf etwa TZS 110 Milliarden pro Jahr, während Produktivitätsverluste durch Morbidität und vorzeitigen Tod rund TZS 373 Milliarden betragen. Der ökonomische Wert der tabakbedingten Mortalität wird mit TZS 337 Milliarden beziffert. Durch eine Erhöhung der Tabaksteuer würden die Preise steigen, die Erschwinglichkeit sinken und damit der Konsum – insbesondere unter Jugendlichen und einkommensschwachen Gruppen – zurückgehen. Dies würde sowohl die Gesundheitslast als auch die wirtschaftlichen Schäden reduzieren.
Finanzielle Perspektiven
Die Tabaksteuer gilt als kostengünstige Maßnahme, die kurzfristig und mittelfristig erhebliche Einnahmen generieren kann. Die erwarteten Mehrsteuereinnahmen könnten zur Finanzierung von Gesundheitsprogrammen und anderen Entwicklungsprojekten eingesetzt werden, insbesondere angesichts sinkender externer Fördermittel.
Nächste Schritte
Der erarbeitete Bericht wird in den kommenden Wochen den zuständigen Ministerien und dem Parlament vorgelegt. Die Entscheidung über konkrete Steueranpassungen steht noch aus, wobei die WHO die weitere technische Begleitung anbietet, um die Umsetzung zu unterstützen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von World Health Organization, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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