UN: Tausende Menschen fliehen aus Beirut nach AnkĂĽndigung israelischer Angriffe
Entwicklung der Lage
Am Montag verließen nach Angaben der UN-Flüchtlingsagentur UNHCR tausende Menschen die südlichen Vororte von Beirut, weil Israel erneute Luftangriffe gegen dort untergebrachte Hezbollah‑Kämpfer angekündigt hatte. Familien verließen ihre Häuser mit Autos, Motorrädern oder zu Fuß und trugen das Nötigste bei sich. Gleichzeitig kehrten andere in Notunterkünfte zurück, während Angst und Unsicherheit zunahmen.
Reaktionen der Vereinten Nationen
UN‑Sprecher StĂ©phane Dujarric forderte in New York alle Akteure auf, das Waffenstillstandsabkommen zu respektieren und weitere Eskalationen zu vermeiden. Er betonte, dass zivile Personen und zivile Infrastruktur nicht Ziel von Angriffen werden dĂĽrfen. Die UN‑SicherheitsÂÂratssitzung in New York sollte am Montagnachmittag eine Notfallsitzung abhalten, um die wachsende Spannung zu erörtern.
UN‑Koordinatorin für den Libanon
UN‑Sonderkoordinatorin für den Libanon, Jeanine‑Hennis Plasschaert, berichtete, dass Süd‑Libanon „in Flammen“ stehe und die Straßen von Beirut von fliehenden Menschen überlastet seien. Sie verwies darauf, dass beide Seiten um einen Sieg kämpfen und die Eskalation „eine riskante Wette“ sei, deren Kosten bereits von der Zivilbevölkerung getragen werden.
Humanitäre Lage
Seit Beginn der Kämpfe am 2. März wurden nach Angaben des UN‑Hilfskoordinierungsamtes OCHA 3.412 Personen getötet und über 10.000 verletzt. Die WHO meldete fünf Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen, bei denen ein Gesundheitsarbeiter getötet und 19 weitere verletzt wurden. UNHCR unterstützt die Regierung mit Schutzdiensten, Sofort‑Cash‑Leistungen und Unterbringung für Hunderttausende Vertriebene.
Versorgung und Ernährung
Das Welternährungsprogramm (WFP) warnte, dass mehr als eine Million Zivilisten vertrieben seien und 1,24 Millionen Menschen nicht ausreichend Nahrung erhalten. Die Lebensmittelpreise stiegen, Gemüse um 20 % und Brot um rund 15 %. Ein Lieferungsauftrag von 250 Tonnen Weizenmehl aus Jordanien unterstützt etwa 10 000 Haushalte. Bisher wurden über fünf Millionen warme Mahlzeiten verteilt und rund 700 000 Menschen mit Nahrungsmitteln und Cash‑Hilfen versorgt.
Ausblick
Die humanitären Akteure planen, am Freitag einen erneuten Flash‑Appeal zu starten, um die Hilfe für die nächsten drei Monate zu verstärken. Mehr als die Hälfte der beantragten Hilfskonvois wurden bislang aufgrund von Bewegungs‑ und Zugangsrisiken verzögert oder abgesagt.
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