UN: Tausende Zivilisten in sĂĽdlichen Ukraine gefangen
Humanitäre Lage verschärft sich
Die UN‑Menschenrechtsmonitoringmission (HRMMU) warnt, dass bis zu 6.000 Zivilisten in Frontgemeinschaften im Süden der Ukraine, darunter Oleshky und Hola Prystan, weiterhin ohne gesicherte Fluchtwege leben. Laut Schätzungen der ukrainischen Behörden befinden sich dort mehr als 180 Kinder. Bisher wurden in den beiden Gemeinden mindestens 29 Zivilisten getötet und 54 verletzt.
Eingeschränkter Zugang zu Nahrung
Bewohner berichten, dass kurze Drohnenangriffe und Landminen die Bewegungsfreiheit stark einschränken und Lieferketten blockieren. Das letzte Lebensmittelgeschäft in Oleshky stellte im Januar den regulären Betrieb ein, sodass die Bevölkerung seitdem auf Konserven und unregelmäßige Privatlieferungen angewiesen ist. Seit dem 24. Juni erreichten keine Lebensmitteltransporten die Stadt mehr.
Medizinische Versorgung gefährdet
Die medizinische Versorgung verschlechtert sich parallel zur Sicherheitslage. Ambulanzfahrzeuge fahren nicht mehr direkt zu den Haushalten, und Behandlungen erfolgen nur in den dringendsten Fällen. Laut HRMMU befinden sich vier verletzte Zivilisten in Oleshky in Krankenhäusern und benötigen dringend einen Transfer, der jedoch nicht möglich ist. Einer der Patienten verstarb, während er auf die Verlegung wartete.
Gefahr für humanitäre Helfer
Humanitäre Einsätze werden zunehmend riskant. Ein ziviler Konvoi, der Lebensmittel transportierte, traf Anfang des Monats auf eine Landmine, wobei ein Mann starb und drei weitere verletzt wurden. In derselben Woche wurden zwei Entminungsarbeiter in der Region Kherson getötet und mehrere weitere verletzt. HRMMU betonte, dass humanitäre Helfer nach internationalem Recht geschützt sein müssen.
Versuche einer lokalen Waffenruhe
Freiwillige Evakuierungen gelten als zu gefährlich, weil anhaltende Angriffe und Minenfelder die Wege blockieren. Trotz Gesprächen zwischen der Ukraine und Russland über eine mögliche lokale Waffenruhe, die Evakuierungen ermöglichen könnte, gibt es bislang keine Einigung. Die UN‑Vertreterin Danielle Bell forderte ein sofortiges lokales Waffenstillstandsabkommen, um die Versorgung mit Nahrung und Medikamenten zu sichern.
Internationale Reaktionen
Der UN‑Notfallkoordinator Tom Fletcher betonte in einer sozialen Medienmitteilung, dass das Risiko für humanitäre Helfer nicht gleichbedeutend mit einer Akzeptanz von Angriffen sei und dass das humanitäre Personal geschützt werden müsse. Der Humanitäre Koordinator Matthias Schmale drückte sein tiefstes Beileid für die Familien der getöteten Helfer aus und verwies darauf, dass seit Januar mindestens sechs humanitäre Arbeiter in der Ukraine getötet und 36 verletzt wurden.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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