Eine landesweite Kohortenstudie hat die Entwicklung der Behandlung von Aortenklappenstenose in Frankreich zwischen 2010 und 2022 untersucht. Dabei wurden 255.453 Eingriffe erfasst, davon 109.739 transkatheter Aortenklappenimplantationen (TAVR) und 145.714 chirurgische Aortenklappenersätze (SAVR). Die Analyse zeigt einen stetigen Anstieg der TAVR‑Zahl, während die Anteile von PARTNER‑Studien und europäischen Leitlinienänderungen keinen signifikanten Einfluss auf die Nutzung hatten.
Datenbasis und Methodik
Die Studie nutzte das französische Gesundheitssystem‑Datenset (SNDS) und schloss alle Patienten ab 18 Jahren ein, die zwischen 2010 und 2022 erstmals eine TAVR‑ oder SAVR‑Prozedur erhielten. Zur Bewertung von Trends wurden ARIMA‑Modelle eingesetzt, um mögliche Effekte von PARTNER‑Studien und Leitlinienupdates zu identifizieren.
Patientencharakteristika
Der Median des Alters betrug bei TAVR‑Patienten 83,0 Jahre und bei SAVR‑Patienten 72,0 Jahre. Der Proxy‑EuroSCORE II lag im TAVR‑Kollektiv bei 2,2 und im SAVR‑Kollektiv bei 1,4, was auf ein höheres perioperatives Risiko der TAVR‑Patienten hinweist.
Einrichtungen und Geräte
Rund 60 % der Eingriffe wurden in öffentlichen Einrichtungen durchgeführt. Im Zeitverlauf erfolgte ein fortschreitender Austausch älterer Ventilgenerationen durch neuere Modelle, wobei 62,5 % der eingesetzten TAVR‑Ventile ballon‑expandierbar waren.
Ergebnisparameter
Die Mortalität sank über den Beobachtungszeitraum sowohl bei TAVR‑ als auch bei SAVR‑Patienten. Gleichzeitig verringerte sich die durchschnittliche Verweildauer und die Zahl der Intensivstationsaufnahmen ausschließlich im TAVR‑Kollektiv.
Einfluss von Studien und Leitlinien
Die statistische Auswertung ergab, dass weder die Veröffentlichung der PARTNER‑Studien noch die Aktualisierung europäischer Leitlinien einen signifikanten Anstieg der TAVR‑Nutzung auslösten (p ≥ 0,125).
Ausblick
Die Autoren planen weiterfĂĽhrende Analysen, um die Wirksamkeit und Sicherheit von TAVR im Vergleich zu SAVR detaillierter zu untersuchen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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