USA: Taxonomische Forschung in Europa – Kapazität und Politik
Eine aktuelle Studie von Quentin J. Groom, Melanie De Nolf, Lina M. Estupinan‑Suarez und Sofie Meeus untersuchte die taxonomische Forschungsaktivität in Europa während der letzten zehn Jahre. Die Analyse basierte auf Publikationsmetadaten aus den offenen Datenbanken OpenAlex, Wikidata und GBIF und identifizierte mehr als 31 000 Autoren, die an taxonomischen Veröffentlichungen mit europäischen Institutionen beteiligt waren.
Methodischer Ansatz
Die Autorinnen und Autoren nutzten einen offenen, reproduzierbaren Workflow, um die gesammelten Metadaten zu bereinigen und zu aggregieren. Anschließend wurden robuste Regressionsmodelle angewendet, um den Einfluss von Biodiversitätsrichtlinien auf die Forschungsintensität zu prüfen, wobei Artenreichtum als Basisvariable diente.
Einfluss von Biodiversitätsrichtlinien
Die Ergebnisse zeigen, dass Variablen aus der europäischen Biodiversitätspolitik zusätzliche Erklärungsleistung für die Forschungsintensität liefern. Insbesondere die Vogelschutz‑ und Habitatrichtlinie stehen in positivem Zusammenhang mit der taxonomischen Aktivität, während marine‑bezogene Richtlinien, etwa die Marine‑Strategy‑Framework‑Directive, negative Assoziationen aufweisen.
Abgleich von Angebot und Nachfrage
Die Studie vergleicht das vorhandene Fachwissen mit den Anforderungen, die sich aus rechtlich bindenden Instrumenten wie den genannten Richtlinien sowie strategischen Initiativen zu invasiven Arten, kultivierten Wildpflanzen und Arten von hohem Naturschutzinteresse ergeben. Dabei werden klare Diskrepanzen zwischen den geforderten und tatsächlich bearbeiteten Taxa sichtbar.
Regionale und taxonomische Ungleichgewichte
Analyseergebnisse verdeutlichen, dass bestimmte taxonomische Gruppen und geografische Regionen deutlich unterrepräsentiert sind, obwohl sie politisch und ökologisch bedeutend sind. Diese Ungleichgewichte betreffen sowohl terrestrische als auch marine Organismen.
Implikationen für zukünftige Planung
Die Autoren betonen, dass offene Datenquellen genutzt werden können, um die Kapazität in der Taxonomie zu bewerten und besser an politische Bedürfnisse anzupassen. Das vorgestellte Rahmenwerk soll Entscheidungsträgern helfen, gezielte Investitionen zu planen und langfristige Strategien zur Stärkung der taxonomischen Forschung zu entwickeln.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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