Ausmaß des Rückgangs
Große Teeplantagen am Rande des Kibira-Nationalparks haben den Lebensraum von Schimpansen stark reduziert. Laut aktuellen Schätzungen leben im Park heute mehr als 200 Individuen, während vor der Entwaldung noch rund 500 beobachtet wurden. Der Rückgang wird durch den Verlust von Baumbedeckung zwischen 2009 und 2019 weiter befördert, wobei 10.000 bis 12.000 Hektar Wald verschwunden sind.
Entwicklungsprojekte im Umfeld
Der Park ist von mehreren Projekten umgeben, darunter die Mpanda-Wasserkraftanlage und zahlreiche Initiativen von staatlichen Stellen wie dem Burundi Tea Office, der REGIDESO und dem Institut für Agrarwissenschaften. Diese Aktivitäten führen zu weiterer Zerstörung und Vertreibung von Wildtieren.
Aussagen der Anwohner
Der 62‑jährige Einheimische Séverin Bagayuwitunze berichtete, dass früher Schimpansen, Gorillas und Warzenschweine im dichten Wald zu sehen waren, heute jedoch im Rwegura‑Gebiet keinerlei Schimpansen mehr vorkommen. Ein weiterer Anwohner, Pascal, erinnerte sich an die letzte Sichtung eines Schimpansen im Jahr 2018 und bemerkt, dass Begegnungen seitdem nur noch gelegentlich stattfinden.
Wissenschaftliche Befunde
Eine 2013 veröffentlichte Studie der Universität Liège, mit Mitarbeit von Dismas Hakizimana und Marie‑Claude Huynen, zeigte, dass das bedrohte Habitat viele Schimpansen zum Tod brachte und Überlebende in das benachbarte Mabayi‑Gebiet nahe dem Nyungwe‑Nationalpark in Ruanda flohen, wo sie Nahrung und Sicherheit suchen.
Einfluss der Teeplantagen
Der Ökologe Léonidas Nzigiyimpa beobachtete, dass über 1.000 festangestellte Arbeiter und 7.500 bis 8.000 Tagelöhner Lärm erzeugen, Plastikabfälle zurücklassen und wildes Obst wie Erdbeeren ernten, das den Schimpansen als Nahrung dient. Illegale Eintritte in den Park seien unreguliert und würden das Habitat zusätzlich belasten.
Rechtliche Maßnahmen
Berchmans Hatungimana, Direktor des burundischen Amt für Umweltschutz, erklärte, dass das Personal den Park rund um die Uhr bewacht. Wer illegal eindringt, werde festgenommen und dem Arbeitgeber zur Ahndung übergeben.
Zusätzliche Bedrohungen
Laut der NGO Conservation and Community Change (3C) hat die Zahl von Fallen zugenommen, während die dichten Teeplantagen die tägliche Nahrungssuche der Schimpansen behindern, die Kommunikation zwischen Familien stören und die Fortpflanzung erschweren, weil Weibchen kaum Männchen aus anderen Familien erreichen können.
Ökologische Bedeutung
Der Ökologe betont, dass Schimpansen als Waldbauer die ökologische Balance unterstützen. Ihr Verschwinden könnte zu einem Rückgang weiterer Pflanzenarten führen.
Strategien für den Schutz
Professor Richard Habonayo weist darauf hin, dass Armut die lokale Bevölkerung, insbesondere die Batwa, zu Wildnutzungen zwingt. Er empfiehlt, Einkommensprojekte und Schulungen im nachhaltigen Waldmanagement zu fördern, um die Gemeinschaften aktiv in den Schutz des Parks einzubinden.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Global Voices, lizenziert unter Creative Commons BY. Offene journalistische Inhalte.
