USA: Untersuchung zur Messinvarianz der AMAS in vier europäischen Ländern
Eine aktuelle Untersuchung hat die Messinvarianz der Abbreviated Math Anxiety Scale (AMAS) bei Studierenden aus dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Italien und Polen geprüft. Anhand von Daten von 3610 Befragten aus der sogenannten „Big AMAS database“ wurde ermittelt, dass nur ein einzelnes Item (Item 8) kulturabhängig unterschiedlich wahrgenommen wird, sodass die latenten Faktorwerte der Skala dennoch vergleichbar bleiben.
Hintergrund
Mathematikangst (MA) beeinträchtigt Menschen jeden Alters in akademischen Leistungen und Alltagssituationen. Die AMAS ist ein etabliertes Selbsteinschätzungsinstrument, das in verschiedenen Sprachen und Altersgruppen validiert wurde, jedoch bislang nicht hinsichtlich seiner kulturübergreifenden Messinvarianz untersucht war.
Methodik
Forscher sammelten Antworten von Studierenden aus vier europäischen Ländern, wobei die Stichprobe insgesamt 3610 Personen umfasste. Die Analyse erfolgte mittels konfirmatorischer Faktorenanalyse und prüfte sowohl konfigurations- als auch skaleninvarianz. Verschiedene Schätzverfahren wurden eingesetzt, um die Robustheit der Ergebnisse zu testen.
Ergebnisse
Die Analyse zeigte, dass die AMAS in allen vier Ländern weitgehend invariant ist, mit Ausnahme von Item 8, das in den jeweiligen Kulturen unterschiedlich interpretiert wird. Darüber hinaus stellte sich heraus, dass die Ergebnisse stark vom gewählten Schätzer abhängen, was die Notwendigkeit einer sorgfältigen Methodenauswahl unterstreicht.
Implikationen
Die teilweise Invarianz erlaubt es, latente Faktormittelwerte der AMAS zwischen den vier Ländern zu vergleichen, solange Item 8 berücksichtigt wird. Die Studie betont, dass ohne Prüfung der Messinvarianz vergleichende Forschung zu Mathematikangst fehleranfällig sein kann.
Methodologische Ăśberlegungen
Die Abhängigkeit der Invarianz‑Ergebnisse vom verwendeten Schätzer legt nahe, dass zukünftige Studien mehrere Schätzverfahren prüfen sollten, um stabile Schlussfolgerungen zu gewährleisten.
Ausblick
Die Ergebnisse liefern einen wichtigen Beitrag zur psychometrischen Forschung und legen nahe, dass weitere Untersuchungen in anderen kulturellen Kontexten und mit erweiterten Stichproben notwendig sind, um die globale Anwendbarkeit der AMAS zu bestätigen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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