Teilweise Wiedereröffnung der Rafah‑Grenze lässt nur wenige Patienten passieren – UN warnt vor unzureichender Hilfe
Die teilweise Wiedereröffnung des Grenzübergangs Rafah zwischen Gaza und Ägypten hat am Montag fünf schwerkranke Patienten und sieben Begleitpersonen in das Nachbarland überführt, doch die Vereinten Nationen betonen, dass die aktuelle Kapazität bei weitem nicht ausreicht, um die humanitäre Notlage zu mildern.
UN‑Vertreter betonen Notwendigkeit einer funktionierenden Korridor
UN‑Sprecher Stéphane Dujarric berichtete, dass UN‑Hilfschef Tom Fletcher die Öffnung begrüßt, jedoch darauf hinweist, dass der Grenzübergang über begrenzte Personenbewegungen hinaus als echter humanitärer Korridor fungieren müsse. Fletcher forderte ein deutliches Ansteigen der Hilfslieferungen, um den wachsenden Bedarf zu decken.
WHO koordiniert medizinische Evakuierungen
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte, dass die Evakuierung von fünf Patienten und sieben Begleitpersonen die ersten seit Monaten war. WHO‑Sprecher Christian Lindmeier bezeichnete die Maßnahme als „Beginn eines Prozesses“ und betonte, dass „offensichtlich weitaus mehr“ Patienten transportiert werden müssen. Laut WHO benötigen mehr als 18.500 Patienten in Gaza spezialisierte medizinische Versorgung, die vor Ort nicht mehr verfügbar ist.
Breite humanitäre Bedürfnisse bleiben bestehen
Unabhängig von den medizinischen Evakuierungen arbeiten UN‑Agenturen und humanitäre Partner weiter an der Versorgung der Zivilbevölkerung. Ende Januar waren rund 25 Organisationen aktiv, die täglich 1,7 Millionen Mahlzeiten über mehr als 180 Küchen bereitstellten. Zusätzlich wurden etwa 650 metrische Tonnen Tierfutter verteilt, um die Versorgung von Nutztieren sicherzustellen.
Unterkunft und Bildung für betroffene Familien
Im Bereich Unterkunft erhielten im vergangenen Monat über 83.500 Familien Hilfsgüter wie Zelte, Matratzen, Küchenutensilien und warme Kleidung. Bildungspartner richteten neue Lernräume ein und unterstützten gemeindebasierte Initiativen, während nach und nach weitere Materialien eintreffen.
UN fordert nachhaltigen Zugang über Rafah
Die Vereinten Nationen betonen, dass ohne einen kontinuierlichen und ungehinderten Zugang über Grenzübergänge wie Rafah die humanitären Bedürfnisse die vorhandenen Kapazitäten dauerhaft übersteigen werden. Weitere Evakuierungen und Hilfslieferungen seien in den kommenden Tagen geplant, um die Lage zu entschärfen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von United Nations, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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