Eine aktuelle Untersuchung hat gezeigt, dass eine einmalige intraperitoneale Verabreichung von Testosteron (10âŻmg/kg) bei nichtâschwangeren und am 22. Tag schwangeren Ratten innerhalb von acht Stunden zu einer signifikanten Entspannung der GebĂ€rmutter fĂŒhrt.
Hintergrund
Testosteron ist vorwiegend fĂŒr seine genomischen Effekte bekannt; nichtâgenomische Wirkungen auf das Uterusgewebe wurden jedoch bislang kaum untersucht.
Methodik
Die Versuchstiere erhielten Testosteron in Dosierungen von 3, 10, 30, 100 oder 300âŻmg/kg intraperitoneal. ZusĂ€tzlich wurden Gruppen mit Flutamid (100âŻmg/kg), Lösungsmittel (DMSOâŻ+âŻMacrogol 25âŻ%âŻ+âŻ75âŻ%, 1âŻml/kg) oder NaCl (1âŻml/kg) behandelt (nâŻ=âŻ5â8 pro Gruppe, Gewicht 160â220âŻg). Plasmatestosteronspiegel wurden mittels ELISA in 15âMinutenâIntervallen gemessen, um kinetische Kurven und AUC zu bestimmen. Die GebĂ€rmutterkontraktionen wurden mit Dehnungsmessstreifen erfasst und die FlĂ€che unter der Kurve (AUC) berechnet. FĂŒr InâVitroâAnalysen wurden UterusprĂ€parate mit 10â»âŽâŻM Testosteron bzw. 10â»â·âŻM Nifedipin auf KClâinduzierte Kontraktionen (40âŻmM) behandelt, wĂ€hrend die CalciumâKonzentration (1â120âŻmM) sukzessive erhöht wurde.
Ergebnisse
Die pharmakokinetischen Parameter tœ und t_max waren bei beiden Tiergruppen Ă€hnlich, wĂ€hrend die AUCâWerte bei den schwangeren Ratten höher lagen. Testosteron zeigte eine dosisabhĂ€ngige, flutamidâresistente Entspannungswirkung bei 30, 100 und 300âŻmg/kg, sowohl bei nichtâschwangeren als auch bei spĂ€ten Schwangerschaftstieren. Die Plasmatestosteronspiegel stimmten proportional zu den verabreichten Dosen. Die Konzentration von 4âHPPD blieb nach 30âŻMinuten unverĂ€ndert.
Wirkmechanismus
InâVitroâExperimente deuten darauf hin, dass Testosteron die Calciumâinduzierte Kontraktion blockiert, Ă€hnlich wie Nifedipin, und dadurch die Uterusrelaxation vermittelt.
Schlussfolgerung
Die Studie liefert den ersten Nachweis einer schnellen, nichtâgenomischen, dosisabhĂ€ngigen Uterusrelaxation durch Testosteron in vivo. Die Ergebnisse legen nahe, dass Testosteron oder dessen Derivate fĂŒr die weitere prĂ€klinische und klinische PrĂŒfung bei uterinen HyperaktivitĂ€tsstörungen in Betracht kommen könnten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugÀnglich.
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