Hintergrund
Eine aktuelle Untersuchung hat das Design theoretischer Prüfungen an einer südafrikanischen Pflegeschule analysiert und dabei eine starke Betonung niedriger kognitiver Ebenen sowie eine mangelnde Übereinstimmung mit den nationalen Qualifikationsstandards festgestellt.
Methodik
Die Studie kombinierte qualitative Interviews mit neun Lehrern und eine Dokumentenanalyse von 70 Moderationsberichten aus den Jahren 2015 bis 2019. Die Stichprobe wurde nach dem National Qualifications Framework (NQF) auf den Stufen 5 bis 8 geschichtet, um eine breite Vertretung zu gewährleisten.
Ergebnisse
Die Analyse ergab, dass Prüfungsfragen überwiegend niedrigere Bloom‑Taxonomie‑Ebenen adressierten, die Verteilung der Fragen ungleichmäßig war und die Prüfungen häufig nicht mit den geforderten Lernzielen übereinstimmten.
Lehrerperspektiven
Lehrer gaben an, dass Zeitdruck, unzureichende Schulungen im Prüfungsdesign und institutionelle Vorgaben zu den beobachteten Schwächen beitrugen.
Moderationsberichte
Die geprüften Moderationsberichte bestätigten die Inkonsistenzen und betonten die Notwendigkeit einer stärkeren Ausrichtung an den Prinzipien der konstruktiven Angleichung.
Diskussion
Durch die Triangulation von Interview‑ und Dokumentendaten wurde eine Diskrepanz zwischen den angenommenen Best‑Practice‑Ansätzen und der tatsächlichen Prüfungsqualität sichtbar, insbesondere hinsichtlich der Förderung höherer kognitiver Fähigkeiten.
Empfehlungen
Die Autoren empfehlen gezielte Fortbildungen für Lehrer im Bereich Prüfungsdesign, eine konsequentere Abstimmung von Prüfungen an Lernzielen sowie die Einführung systematischer Moderationsverfahren, um Inkonsistenzen zu reduzieren.
Bedeutung für die Praxis
Die Ergebnisse tragen zur internationalen Diskussion über die Verbesserung von Prüfungspraktiken in der Pflegeausbildung bei und liefern Ansatzpunkte für Politik und Institutionen, die Qualität der Ausbildung zu erhöhen.
Schlussfolgerung
Eine verbesserte Validität und Reliabilität theoretischer Prüfungen erfordert sowohl strukturelle Anpassungen als auch kontinuierliche Unterstützung der Lehrkräfte.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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