USA: Therapieabbrüche bei Strahlentherapie – Analyse von 10.039 PatientenIn einer retrospektiven Einzelzentrumstudie wurden 10.039 Patienten, die zwischen Januar 2020 und Dezember 2024 eine Strahlentherapie erhielten, auf vorzeitige Behandlungsabbrüche untersucht. Von diesen Patienten brachen 297 (2,96 %) die Therapie vor Abschluss ab.
Hintergrund und Zielsetzung
Strahlentherapie ist ein zentrales Element der onkologischen Versorgung und verbessert sowohl die lokale Tumorkontrolle als auch das GesamtĂĽberleben. Dennoch scheitern einige Patienten daran, die geplante Fraktionierung zu vollenden, was die Therapieeffizienz mindern kann. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, Faktoren zu identifizieren, die mit einem vorzeitigen Therapieabbruch assoziiert sind.
Methodik
Die Analyse beruhte auf einer retrospektiven Auswertung der institutionellen Strahlentherapie‑Datenbank. Demografische und klinische Merkmale, Behandlungsintention (kurativ vs. palliativ) sowie die angegebenen Gründe für den Abbruch wurden descriptiv beschrieben. Ein Vergleich zwischen kurativen und palliativen Fällen erfolgte mittels χ²‑Test, und ein relatives Risiko wurde berechnet.
Gesamtrate der TherapieabbrĂĽche
Insgesamt wurden 297 Therapieabbrüche registriert, was einer Rate von 2,96 % entspricht. Die mittlere Anzahl verordneter Fraktionen betrug 13 (Spanne 2–44), wobei die Patienten im Mittel 51,6 % (Spanne 5–93 %) der geplanten Fraktionen absolvierten, bevor die Behandlung beendet wurde.
HauptgrĂĽnde fĂĽr den Abbruch
Der häufigste Grund war die Verschlechterung des Leistungsstatus, der bei 143 Patienten (48,1 %) angegeben wurde. Weitere Gründe wurden im Datensatz nicht detailliert ausgewiesen.
Unterschiede nach Behandlungsintention
Bei palliativen Fällen lag die Abbruchrate bei 6,13 % (170 von 2.772 Patienten), während sie bei kurativen Fällen 1,75 % (127 von 7.267 Patienten) betrug (χ² = 134,4; p < 0,001). Das relative Risiko für einen Abbruch war bei palliativen Patienten um das 3,5‑fache erhöht. Die Verschlechterung des Leistungsstatus trat häufiger bei palliativen Patienten auf (72,4 % vs. 27,3 %; p < 0,001). Schwere Therapie‑Toxizität (Grad III‑IV) wurde überwiegend bei kurativen Patienten beobachtet (88,9 % vs. 11,1 %; p < 0,001).
Schlussfolgerungen
Die Analyse zeigt, dass die Mehrheit der Therapieabbrüche mit einer schlechten Leistungsfähigkeit und fortgeschrittener Erkrankung zusammenhängt, insbesondere bei palliativen Behandlungsabsichten. Die Ergebnisse legen nahe, dass ein verstärkter multidisziplinärer Support für betroffene Patienten sinnvoll sein könnte und in zukünftigen prospektiven Studien weiter untersucht werden sollte.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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