Ein vorläufiger Prüfbericht der Europäischen Kommission hat ergeben, dass TikTok möglicherweise gegen das Digital Services Act (DSA) verstoßen hat, weil das Unternehmen keine ausreichenden Maßnahmen zum Schutz von Minderjährigen auf seinen Plattformen implementiert hat. Die Untersuchung wurde am 24. Juli 2026 in Brüssel abgeschlossen und richtet sich insbesondere auf die Sicherheit von Konten für Nutzer unter 18 Jahren.
Hintergrund des Digital Services Act
Der Digital Services Act, der im Januar 2024 in Kraft trat, verpflichtet Online-Plattformen, wirksame Mechanismen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen zu etablieren. Zu den Kernanforderungen zählen die Verifikation von Altersangaben, die Beschränkung von Inhalten, die nicht für Minderjährige geeignet sind, sowie die Bereitstellung von Tools zur elterlichen Kontrolle.
Ergebnisse der Prüfung
Der Prüfbericht identifizierte mehrere Schwachstellen bei TikTok. Laut den vorläufigen Erkenntnissen fehlt es an einer zuverlässigen Altersverifikation, wodurch Minderjährige leicht Zugang zu Inhalten erhalten können, die nicht altersgerecht sind. Darüber hinaus wurden unzureichende Filtermechanismen für problematische Inhalte festgestellt.
Reaktion von TikTok
Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, dass TikTok die Vorwürfe ernst nehme und bereits an der Verbesserung seiner Jugendschutzmaßnahmen arbeite. Das Unternehmen kündige an, in den kommenden Wochen zusätzliche Altersprüfungen und erweiterte Filter einzuführen, um den Vorgaben des DSA besser zu entsprechen.
Potenzielle Folgen
Falls die Vorwürfe bestätigt werden, könnte die Kommission Sanktionen gegen TikTok verhängen, die von Geldbußen bis hin zu Anordnungen zur vorübergehenden Einschränkung von Diensten reichen. Die Untersuchung soll zudem als Präzedenzfall für die Durchsetzung des DSA gegenüber anderen sozialen Netzwerken dienen.
Nächste Schritte
Die Europäische Kommission plant, TikTok innerhalb von drei Monaten um eine detaillierte Stellungnahme zu bitten und die Umsetzung der geforderten Maßnahmen zu überprüfen. Gleichzeitig wird die Kommission weitere Plattformen prüfen, um die einheitliche Anwendung des DSA sicherzustellen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Europäische Kommission, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Europäische Union). Enthält Informationen von Organen der Europäischen Union.
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