Eine quasi‑experimentelle Studie an einer staatlichen Hochschule untersuchte, ob ein Tischtennis‑Kurs die Konzentrations‑ und Entscheidungsfähigkeiten von Studenten verbessert. Zwölf Studenten nahmen an einem freiwilligen Tischtennis‑Kurs teil, während zwölf weitere Studenten als Kontrollgruppe ohne Kurs dienten. Beide Gruppen wurden vor und nach dem Kurs mit dem D2‑Aufmerksamkeitstest und der Melbourne Decision Making Scale getestet.
Studienaufbau
Die Untersuchung wurde als Prä‑Post‑Kontrollgruppendesign mit zufälliger Zuweisung der Gruppen durchgeführt. Zur Datenerhebung kamen ein persönliches Informationsformular, der D2‑Aufmerksamkeitstest und die Melbourne Decision Making Scale zum Einsatz. Für die statistische Auswertung wurde eine 2×2‑ANOVA für Messwiederholungen verwendet.
Teilnehmer
Insgesamt 28 Studenten (Durchschnittsalter = 20,65 ± 1,70 Jahre) nahmen teil. Die Experimentalgruppe bestand aus 14 Studenten (Durchschnittsalter = 19,79 ± 1,89 Jahre) aus dem Fachbereich Sport‑ und Bewegungswissenschaften, die ein Wahlfach Tischtennis belegten. Die Kontrollgruppe umfasste ebenfalls 14 Studenten (Durchschnittsalter = 21,43 ± 1,16 Jahre), die keinen Tischtennis‑Kurs absolvierten.
Ergebnisse
Die Analyse zeigte einen signifikanten Zeiteffekt für die Konzentrationsleistung (F = 16,328; p < .001) sowie für die sorgfältige Entscheidungsfindung (F = 4,759; p = .038). Der Gruppen‑×‑Zeit‑Interaktionseffekt war jedoch für beide Variablen nicht signifikant (Konzentration: F = 1,879; p = 0,182; Entscheidungsfindung: F = 3,933; p = 0,058). Die Experimentalgruppe verzeichnete im Vergleich zur Kontrollgruppe größere Zuwächse, jedoch konnten diese Unterschiede nicht eindeutig auf den Tischtennis‑Kurs zurückgeführt werden.
Interpretation
Die signifikanten Zeiteffekte deuten darauf hin, dass sowohl die Konzentrations‑ als auch die Entscheidungsfähigkeit im Verlauf der Studie zunahmen. Da die Interaktionseffekte nicht signifikant waren, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, dass das Tischtennis‑Training die beobachteten Verbesserungen stärker bewirkte als andere Faktoren.
Einschränkungen
Die Stichprobengröße von lediglich 28 Personen begrenzt die Generalisierbarkeit der Ergebnisse. Darüber hinaus wurden mögliche Störvariablen wie individuelle Lernstrategien oder andere sportliche Aktivitäten nicht systematisch erfasst.
Fazit
Die vorliegende Untersuchung legt nahe, dass Tischtennis das Aufmerksamkeits‑ und Entscheidungsvermögen von Studenten positiv beeinflussen könnte, wobei weitere Studien mit größeren Stichproben erforderlich sind, um die Wirksamkeit eindeutig zu belegen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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