UN: Todesfälle von Migranten im Jahr 2026 laut IOM‑Daten stark angestiegen
Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hat am 12. August 2026 neue Zahlen veröffentlicht, die einen deutlichen Anstieg von Todesfällen und Vermissten unter Migranten in den ersten vier Monaten des Jahres belegen. Die Daten basieren auf einer routenbezogenen Erfassung, die von mehreren Partnern und Projekten zusammengeführt wurde.
Umfangreiche Datenerhebung und Analyse
Der Bericht kombiniert Informationen aus dem Displacement‑Tracking‑Matrix, dem Missing‑Migrants‑Projekt und regionalen Kooperationspartnern. IOM‑Stellvertretende Generaldirektorin Ugochi Daniels wies darauf hin, dass fast die Hälfte der rund 304 Millionen internationalen Migranten innerhalb ihrer eigenen Region unterwegs sei, sei es aus Gründen von Arbeit, Familie, Ausbildung oder Sicherheit.
Verstärkte Verluste auf dem zentralen Mittelmeerweg
Auf dem zentralen Mittelmeerweg wurden 821 Menschen gemeldet, die entweder gestorben oder vermisst wurden – ein Anstieg um 111 Prozent gegenüber dem Vorjahr, obwohl die Ankünfte um 46 Prozent auf 8 577 zurückgegangen sind. Über die Hälfte dieser Todesfälle ereignete sich im Januar, als Zyklon Harry die Region traf.
Veränderungen auf anderen Migrationsrouten
Im östlichen Mittelmeer stiegen die Todeszahlen auf 244, was einer Verdreifachung entspricht; viele Vorfälle stehen im Zusammenhang mit Katastrophen in der Nähe von Kreta.
Die Ankünfte im westlichen Mittelmeer nach Spanien wuchsen um 66 Prozent auf 5 647, getrieben durch ein dreifaches Plus bei Landüberquerungen nach Ceuta und Melilla. Gleichzeitig fiel die Nutzung der westafrikanischen Atlantikroute nach Spanien um 78 Prozent auf 2 276, da die Abfahrtspunkte weiter südlich liegen und die Überfahrten riskanter werden.
Die Ankünfte nach Jemen über die östliche Horn‑von‑Afrika‑Route stiegen um 9 Prozent. Konflikte im Nahen Osten führten zu einer großflächigen Verdrängung in Libanon und zu steigenden Rückkehrbewegungen nach Syrien.
Rohingya‑Krise und Forderungen der UN‑Experten
UN‑Experten fordern dringende Maßnahmen zum Schutz von rund 1,2 Millionen Rohingya‑Flüchtlingen in Bangladesch, nachdem im Juni über 500 Menschen in zwei Booten vor der Küste Myanmars kenterte. Im Jahr 2025 wagten mehr als 6 500 Rohingya gefährliche Seereisen, wobei etwa 900 Todesopfer zu beklagen waren; rund 66 Prozent der Opfer waren Frauen und Kinder. Einer von sieben Reisenden verschwand oder starb im Andaman‑Meer bzw. im Golf von Bengalen, was die höchste Sterblichkeitsrate aller Seerouten für Flüchtlinge und Migranten darstellt.
Die Experten betonten, dass die internationale Gemeinschaft eine geteilte Verantwortung trage und wirksame Maßnahmen gegen Menschenhandel, sowie den Zugang zu Schutz, Beschäftigung, Bildung und Gesundheitsversorgung sicherstellen müsse.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von United Nations, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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