International: Todesopfer bei Erdbeben in Venezuela über 1.700, UN koordiniert Hilfsmaßnahmen
UN‑Koordination nach dem Erdbeben
Die Vereinten Nationen koordinieren seit dem 24. Juni die humanitäre Reaktion auf das verheerende Erdbeben in Zentral‑ und Nordvenezuela. In einer Pressekonferenz in New York erklärte UN‑Resident und Humanitarian Coordinator Gianluca Rampola, dass die Todeszahl auf mindestens 1.719 Menschen gestiegen sei, während rund 5.000 weitere verletzt wurden. Etwa 12.000 Personen seien aus ihren Wohnungen vertrieben worden.
Ausmaß der Zerstörung
Sieben Bundesstaaten seien betroffen, wobei die meisten Opfer in La Guaira und im Distrikt Caracas zu verzeichnen seien. Nach Angaben der Behörden seien rund 2.500 Gebäude beschädigt, viele vollständig eingestürzt. Seit dem Hauptereignis wurden etwa 500 Nachbeben registriert, darunter ein Beben der Stärke 5,2 am frühen Montagmorgen.
Such‑ und Rettungsaktionen
Mehr als 2.000 Rettungskräfte aus 27 Ländern sowie über 160 Suchhunde arbeiten derzeit in mehr als 40 Teams vor Ort. Obwohl die meisten Rettungsmaßnahmen in den ersten 72 Stunden nach einem Beben stattfinden, haben die Teams ihre Einsätze verlängert, weil weiterhin Überlebende aus den Trümmern geborgen werden konnten. Sieben Personen wurden am Sonntag noch lebend aus den Trümmern geborgen.
Humanitäre Grundversorgung
Gemeinsam mit der venezolanischen Regierung stellt die UN Notfall‑Gesundheitsversorgung, Unterkünfte, Nahrungsmittel, Wasser, sanitäre Einrichtungen und logistische Unterstützung sicher. Ein neues Notfall‑Appeal wird vorbereitet, um die bestehende humanitäre Planung zu ergänzen. Zusätzlich wurden 10.000 Leichensackungen beschafft, um der steigenden Todeszahl Rechnung zu tragen.
Psychosoziale Unterstützung
Die UN richtet in La Guaira drei Hilfezentren für vertriebene Familien ein, die medizinische Versorgung, Nahrungsmittel, Wasser, Sanitärversorgung, Schutz und psychosoziale Betreuung anbieten. Vanessa May, Leiterin des UN‑Büros für die Koordination humanitärer Angelegenheiten (OCHA) in Venezuela, betonte, dass emotionale Unterstützung genauso wichtig sei wie Grundbedürfnisse: „Es gibt Menschen, die eine Umarmung brauchen.“
Wege zur Wiederherstellung
Nach Abschluss der Such‑ und Rettungsarbeiten plant die UN zusammen mit lokalen Partnern schnelle Bedarfsanalysen, insbesondere für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Der Wiederaufbau von Schulen und Krankenhäusern sowie die Entsorgung von Trümmern stehen im Fokus. Langfristige Wiederansiedlungspläne sollen erst nach Bodenuntersuchungen umgesetzt werden. May appellierte an die internationale Gemeinschaft, die Solidarität über die ersten Wochen hinaus aufrechtzuerhalten.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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