Eine im Rahmen der James‑Lind‑Alliance durchgeführte Priorisierungsinitiative in Norwegen hat die zehn wichtigsten Forschungsfragen zum Thema Rückenschmerz ermittelt. Die Erhebung berücksichtigte sowohl die Sichtweisen von Patienten als auch von Gesundheitsfachkräften und zielte darauf ab, Forschungsthemen zu identifizieren, die für die Betroffenen von Bedeutung sind.
Methodik
Die Studie folgte einem sechs‑stufigen Verfahren: Bildung eines Lenkungsausschusses, Festlegung des Untersuchungsrahmens, Sammlung von Unsicherheiten in Fokusgruppen, Zusammenfassung und Überprüfung der Unsicherheiten, Online‑Kurzliste und abschließende Priorisierung in einem Workshop.
Erhebung von Unsicherheiten
In drei Fokusgruppen wurden insgesamt 230 offene Fragen generiert, wobei zwölf Patienten und sieben Gesundheitsfachkräfte teilnahmen. Diese Fragen wurden anschließend zu 37 Kernfragen verdichtet, von denen keine durch vorhandene Evidenz ausreichend beantwortet war.
Online‑Kurzliste
Eine Online‑Umfrage wurde von 284 Teilnehmenden abgeschlossen. Davon gaben 263 (93 %) an, Patienten mit Rückenschmerzen zu sein, und 40 (14 %) nannten sich Gesundheitsfachkräfte; einige Personen gehörten beiden Gruppen an.
Workshop zur Prioritätensetzung
Die 25 am besten bewerteten Kernfragen wurden in einem Workshop mit neun Teilnehmenden – fünf Gesundheitsfachkräften und vier Patienten – diskutiert. Durch Konsensbildung wurde die Rangliste der zehn wichtigsten Forschungsprioritäten festgelegt.
Erste Priorität
Die am höchsten bewertete Frage lautete: „Wie kann die Umsetzung evidenzbasierter Behandlungsempfehlungen für Rückenschmerzen im norwegischen Gesundheitssystem sichergestellt werden?“
Bedeutung fĂĽr die Forschung
Die Ergebnisse bieten Forschern und Förderern einen klaren Leitfaden, welche Themen aus Sicht der Endnutzer weiter untersucht werden sollten. Die Studie demonstriert, dass partizipative Verfahren wie die James‑Lind‑Alliance effektive Werkzeuge zur Identifikation relevanter Forschungsfragen darstellen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
Ende der Uebertragung