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Tourismusverbände fordern stärkere kommunale Finanzierung nach Pandemie‑Schließungen
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AI GENERATED 10.06.2026 • 17:55 Wirtschaft und Finanzen

Tourismusverbände fordern stärkere kommunale Finanzierung nach Pandemie‑Schließungen

In einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Tourismus am 10. Juni 2026 forderten Vertreter der Branche eine nachhaltige Stärkung der Finanzkraft von Städten und Gemeinden, um den Tourismus als zentralen Wirtschaftsfaktor zu sichern. Die Diskussion wurde von Vorsitzender Anja Karliczek (CDU/CSU) geleitet.

Finanzielle Belastungen der Kommunen

Nach monatelangen pandemiebedingten Schließungen der kommunalen Thermalbäder berichten Vertreter des Deutschen Heilbäderverbands, dass viele kleine Kommunen mit monatlichen Kosten von rund 500.000 Euro konfrontiert sind und keine Ausfallentschädigung vom Bund erhalten haben. Die fehlenden Einnahmen gefährden nicht nur die Bäder, sondern auch die gesamte lokale Wertschöpfungskette, einschließlich Hotellerie und Gastronomie.

Stellungnahmen der Verbände

Dr. Michael Braun vom Tourismusverband Ostbayern wies darauf hin, dass das kommunale Defizit im Jahr 2025 bei 31,9 Milliarden Euro lag und viele Kommunen an ihre Handlungsgrenzen gestoßen seien. Dr. Catrin Homp vom Tourismusverband Schleswig‑Holstein betonte, dass Kommunen für die Schaffung und Unterhaltung touristischer Infrastruktur, von Straßen bis zu Freizeiteinrichtungen, verantwortlich seien und daher gezielte Förderungen benötigen.

GRW‑Mittel und Kürzungen

Die Verbände fordern eine Aufstockung der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) von 640 Millionen Euro auf mindestens eine Milliarde Euro. Rund 20 % der GRW‑Mittel fließen bereits in touristische Projekte, doch innerhalb von zwei Jahren wurden diese Mittel um insgesamt 40 Millionen Euro gekürzt, was die reale Wirkung durch anhaltende Inflation weiter schmälert.

Münchener Modell als Finanzierungsansatz

Michael Höflich von der Tourismus Initiative München stellte das „Münchener Modell“ vor, bei dem Stadt und Initiative identische Beiträge in einen gemeinsamen Tourismusfonds einzahlen. Eine Tourismuskommission aus Vertretern des Stadtrats und des TIM‑Vorstands entscheide über die Mittelverwendung. Höflich erklärte, das Modell könne auch auf kleinere oder mittelgroße Destinationen übertragen werden.

Weitere Forderungen und Ausblick

Zusätzlich zu höheren Fördermitteln verlangen die Verbände Bürokratieabbau, steuerliche Entlastungen und gezielte Investitionsförderungen für den Mittelstand. Die Vertreter betonten, dass ohne solche Maßnahmen der Substanzverlust der deutschen Wirtschaft weiter voranschreite und private Investitionen zurückgehen könnten.

Dieser Bericht basiert auf Informationen von Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).

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