Sonstige: Transgender-Mann baut Moschee in Punjab – Nachbarschaft greift an
Einleitung
Rajab Ali, 46‑jähriger Transgender‑Mann, hat in Okara, Punjab, Pakistan, mit seinem gesamten Ersparten von 6 Millionen Rupien (ca. 21 000 USD) eine Moschee errichtet, um seiner Gemeinde einen Ort ohne Diskriminierung zu bieten. Trotz Fertigstellung wird er von Nachbarn wegen seiner Geschlechtsidentität schikaniert.
Rechtlicher Rahmen
2018 verabschiedete das pakistanische Parlament das Transgender Persons Act, das Gleichberechtigung und Zugang zu öffentlichen Räumen, einschließlich Gotteshäusern, garantieren soll. 2023 erklärte ein Bundesgericht einige Bestimmungen für unvereinbar mit islamischen Prinzipien, was zu einer Verschärfung der gesellschaftlichen Ablehnung führte.
Reaktionen der Nachbarschaft
Bereits kurz nach Baubeginn im Dezember 2022 verbreiteten Anwohner Hass, stahlen Bauteile und schickten Frauen, um Ali zu belästigen. Ali musste mehrfach Ersatz für entwendete Wasserhähne, Ventilatoren und andere Teile beschaffen, obwohl er sich selbst als nicht wohlhabend bezeichnet.
Frühere Initiativen
2016 gründeten Aktivisten in Islamabad eine trans‑freundliche Moschee, die ebenfalls ständigen Angriffen ausgesetzt war; 2021 eröffnete Pakistan die erste trans‑Islamische Schule. Beide Beispiele zeigen ein Muster wiederholter Widerstände gegen religiöse Projekte von Transgender‑Personen.
Soziale und wirtschaftliche Lage
Die Volkszählung von 2017 ermittelte 21 774 Transgender‑Personen, die Statistikbehörde bezeichnete die Zahl jedoch als grobe Unterzählung. Die Alphabetisierungsrate dieser Gruppe liegt laut 2023er Zensus bei 40,15 % gegenüber 60 % landesweit, und eine Studie aus Islamabad 2026 ergab eine Arbeitslosenquote von 34 % unter befragten Transgender‑Personen.
Gesundheit und Alltag
Interviews mit Betroffenen zeigen Diskriminierung in Krankenhäusern, bei Gebetsdiensten und im öffentlichen Raum. Ein Patient wurde im Krankenhaus aufgefordert, die falsche Warteschlange zu benutzen, und ein anderer wurde beim Betreten einer Moschee von Kindern verspottet.
Ausblick
Rechtsexperten betonen, dass das 2018er Gesetz ohne gesellschaftliche Akzeptanz wenig Wirkung entfaltet. Ali hofft, dass sein Bauwerk nach seinem Tod als Zeichen des Glaubens erinnert wird, während Aktivist Zanaya Chaudhry die anhaltende Stigmatisierung als Hindernis für ökonomische Teilhabe bezeichnet.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Global Voices, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
Ende der Uebertragung