Eine retrospektive Kohortenstudie an 144 nichtdiabetischen Patienten mit fibrotischer Lungenerkrankung, die zwischen Januar 2015 und Juni 2023 eine antifibrotische Therapie erhielten, untersuchte den Zusammenhang zwischen dem Triglycerid‑Glukose‑Index (TyG) und der Gesamtmortalität. Die Analyse ergab, dass der TyG‑Index keinen signifikanten Einfluss auf das Sterberisiko hatte (adjustiertes HR = 0,80, 95 %‑KI 0,40–1,60, p = 0,54).
Hintergrund
Fibrotische Lungenerkrankungen verursachen weltweit zunehmende Morbidität und Mortalität. Neben bildgebenden Verfahren und Lungenfunktionstests werden metabolische Marker zunehmend als potenzielle Prognosefaktoren untersucht. Der TyG‑Index, ein surrogater Marker für Insulinresistenz, wurde bereits mit kardiovaskulären Ereignissen und anderen klinischen Outcomes assoziiert.
Methodik
Die Studie sammelte demografische Daten, Begleiterkrankungen, Rauchstatus, Lungenfunktionstests (FVC %, DLCO %) sowie Nüchternwerte für Glukose und Triglyceride. Der TyG‑Index wurde nach der Formel Ln[(Triglyceride × Glukose)/2] berechnet. Das Follow‑up erstreckte sich über median 33,8 Monate, wobei das Mortalitätsereignis von jedem Therapiebeginn an gezählt wurde.
Ergebnisse
Der Mittelwert des TyG‑Index betrug 8,78. Während des Beobachtungszeitraums verstarben 54 Patienten (37,5 %). In multivariablen Cox‑Modellen war der TyG‑Index nicht mit der Gesamtmortalität assoziiert. Stattdessen zeigten ein niedrigerer FVC‑Prozentsatz und ein höheres kumulatives Raucherexposition signifikante Zusammenhänge mit dem Sterberisiko.
Diskussion
Die fehlende Assoziation könnte durch die eingeschränkte metabolische Variabilität der Kohorte und die begrenzte statistische Power bedingt sein. Zwar zeigte sich eine schwache inverse Korrelation zwischen TyG‑Index und DLCO, jedoch reichte diese nicht für signifikante Schlussfolgerungen.
Ausblick
Weitere prospektive Studien mit größeren, heterogeneren Patientengruppen sind erforderlich, um das mögliche prognostische Potenzial des TyG‑Index bei fibrotischen Lungenerkrankungen zu klären.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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