International: Über 900 Hindernisse erschweren humanitäre Hilfe für Familien im Westjordanland
Erschwerte Zugänge im Westjordanland
Die Vereinten Nationen haben am Freitag mitgeteilt, dass mehr als 900 physische Hindernisse – darunter Checkpoints, Tore und Straßensperren – die humanitäre Versorgung von drei Familien im Dorf Qusra nahe Nablus erheblich behindern. Die Familien seien seit Dienstag eingesperrt, nachdem ein Siedlungsbau in unmittelbarer Nähe ihrer Häuser errichtet und die Zutrittsbeschränkungen verschärft worden seien.
Warnungen des Menschenrechtsbüros
Das UN‑Menschenrechtsbüro (OHCHR) hatte bereits davor gewarnt, dass die Zeit dränge, bevor die Familien zwangsweise vertrieben werden könnten. In einer Stellungnahme betonte das Büro, dass die anhaltende Unsicherheit die humanitäre Lage weiter verschärfe.
Aktuelle Hilfsmaßnahmen
UN‑Sprecherin Daniela Gross berichtete, dass UN‑Partner und kommunale Arbeiter versucht haben, Nahrungsmittel, Wasser, Säuglingsnahrung, Medikamente und Hygienematerial zu liefern, jedoch bislang keinen Zugang zu den Betroffenen erhalten hätten. Sie verwies zudem darauf, dass Siedler Berichten zufolge ein Zelt wieder aufgestellt haben, das zuvor von israelischen Kräften abgebaut worden war.
Schwere Lage im Norden des Westjordanlands
Die Sprecherin fügte hinzu, dass die humanitäre Situation im nördlichen Westjordanland besonders gravierend sei. Seit Jahresbeginn haben UN‑Partner psychosoziale Unterstützung, Fallmanagement und Dienstleistungen für Kinder mit Behinderungen bereitgestellt und dabei rund 30.000 Kinder sowie 15.000 Erwachsene betreut.
Humanitäre Lage im Gazastreifen
Parallel dazu setzen humanitäre Akteure im Gazastreifen ihre Arbeit fort, obwohl die Sicherheitslage und Zugangsrestriktionen nach wie vor bestehen. In der vergangenen Woche wurden schnelle Hilfsmaßnahmen für Menschen mobilisiert, die durch Angriffe, Hausbrände oder andere Vorfälle erneut obdachlos geworden waren. Insgesamt waren fast 290 Haushalte von Angriffen betroffen, während weitere Haushalte durch Brände oder den Aufbau neuer Betonblöcke, die häufig zu neuen Vertreibungen führen, beeinträchtigt wurden.
Bildungsinitiativen trotz Hitze
Mehr als 300.000 Kinder im Gazastreifen nehmen weiterhin an Sommerlernprogrammen teil, die von UN‑Partnern unterstützt werden. Zur Bekämpfung der extremen Hitze wurden in zehn temporären Lernräumen Schattenstrukturen installiert, um ein sichereres Lernumfeld zu schaffen.
Ausblick
Die Vereinten Nationen betonen, dass die Fortsetzung der Hilfsmaßnahmen von einer Entschärfung der Zugangshindernisse abhängt. Sie fordern alle Parteien auf, die humanitären Wege zu öffnen, um die Versorgung der betroffenen Bevölkerung sicherzustellen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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