Hintergrund des Völkermords
Im Juli 1995 wurden in Srebrenica, Bosnien‑und Herzegowina, 8 372 bosnisch‑muslimische Männer und Jungen von bosnisch‑serbischen Kräften ermordet. Die Vereinten Nationen haben später ihr Versagen bei der Verhinderung des Völkermords anerkannt. Drei Überlebende berichten UN News, wie sie das Andenken an die Opfer bewahren und der wachsenden Leugnung entgegenwirken.
Arbeit im Gedenkzentrum
Alle drei Zeugen arbeiten seit mehreren Jahren als Kuratoren und Archivare im Srebrenica Memorial Centre, das auf dem Gelände der ehemaligen UN‑Schutzzone errichtet wurde. Dort werden persönliche Gegenstände der Opfer, darunter Schuhe und ein Stiefel eines 16‑jährigen Cousins, dokumentiert und ausgestellt, um die Fakten für kommende Generationen zu sichern.
Persönliche Zeugnisse
Almasa Salihovic, Sprecher des Gedenkzentrums, erinnert sich: „Ich war acht Jahre alt, als ich den Völkermord ĂĽberlebte. Mein Bruder und mehrere Onkel wurden getötet. Ich glaube fest daran, dass das Erinnern heilt – fĂĽr mich und fĂĽr meine Familie.“ Azir Osmanovic ergänzt: „Es ist meine Pflicht, ĂĽber das, was wir ĂĽberlebt haben, zu sprechen. Die Gegenstände, die wir finden, erzählen die Geschichte von Tausenden.“ Amra Begic Fazlic berichtet, dass sie nach ihrer Flucht 2003 nach Srebrenica zurĂĽckkehrte, um die Identifizierung und Bestattung der Opfer im Zentrum zu unterstĂĽtzen.
Gefahr der Leugnung
Salihovic warnt: „Was mich am meisten erschreckt, ist die Leugnung des Völkermords durch jĂĽngere Generationen, die die Taten als bloĂźe Kriegshandlungen darstellen.“ Fazlic fĂĽgt hinzu, dass Leugnung die letzte Phase eines Völkermords darstelle und dass bereits jetzt eine Glorifizierung von Kriegsverbrechern beobachtet werde.
Gedenken und Zukunft
Der Internationale Tag der Reflexion und des Gedenkens an den Völkermord von Srebrenica wird jährlich am 11. Juli begangen. Die Überlebenden betonen, dass das kontinuierliche Erinnern und die Aufklärung über das Geschehene entscheidend seien, um Wiederholungen zu verhindern.Dieser Bericht basiert auf Informationen von UN News, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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