International: Uganda stärkt Gesundheitssystem für 1,92 Millionen Flüchtlinge
Neuer Kompetenzrahmen der WHO
Die WHO hat zusammen mit ihrem Gesundheits‑ und Migrationsprogramm globale Kompetenzstandards für Gesundheitsarbeiter eingeführt, die kulturell angemessene und evidenzbasierte Versorgung von Vertriebenen sicherstellen sollen. Diese Standards bilden die Grundlage für die aktuelle Kapazitätssteigerung im Land.
Integration in nationale Strukturen
Im Rahmen des Health Sector Integrated Refugee Response Plan (HSIRRP 2025–2029) wird die Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen in das reguläre Gesundheitssystem eingebunden, anstatt separate humanitäre Strukturen zu betreiben. Ziel ist die Umsetzung einer universellen Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge und Aufnahmegemeinschaften.
Ausbildung von Gesundheitskräften
Im Jahr 2025 wurden 560 Gesundheitsarbeiter geschult – 60 auf nationaler Ebene und 500 in den Flüchtlingsaufnahmedistrikten – zu den globalen Kompetenzstandards und dem erweiterten Impfprogramm. Zusätzlich erhielten 200 Mitarbeiter an Grenzstellen Schulungen zu Screening, Früherkennung und Infektionsschutz. Weiterhin wurden 22 Mitarbeitende von UN‑Agenturen und NGOs nach denselben Standards ausgebildet.
Einbindung von Hochschulen und Parlament
Universitäten wie Makerere, Gulu, Kampala International University und Mbarara University of Science and Technology wurden beauftragt, die Kompetenzen in ihre Lehrpläne zu integrieren. Mitglieder des Parlamentarischen Gesundheitsausschusses, Vertreter des Ministeriums für Gesundheit und des Premierministeriums wurden in die Diskussion über die langfristige Aufrechterhaltung der Flüchtlingsgesundheitsdienste eingebunden.
Kooperation mit internationalen Partnern
UN‑Agenturen (UNHCR, UNICEF, UNFPA) und Nichtregierungsorganisationen (MTI, IRC, Baylor Uganda) haben ihre Kapazitäten erweitert, indem sie Personal nach den WHO‑Standards schulten und so die lückenlose Versorgung in den Lagern unterstützen.
Bestehende Herausforderungen
Trotz der Fortschritte gibt es nach wie vor Engpässe bei spezialisierten Fachkräften, insbesondere im Bereich psychische Gesundheit, sowie eine unzureichende Abdeckung der Schulungen. Die Finanzierung ist unsicher, da humanitäre Mittel zurückgehen und die Nachhaltigkeit der Programme gefährden.
Empfehlungen der WHO
Die WHO rät, die berufliche Weiterbildung weiter auszubauen, die Schulungen dauerhaft in die Distriktsysteme zu verankern und langfristige Finanzierungen über nationale Haushalte, innovative Versicherungsmodelle und geplante Übergänge von Geldgebern zu sichern. Ein gezielter Transfer von Kompetenzen von humanitären Akteuren zu staatlichen Strukturen soll überwacht werden.
Ausblick
Die Integration der Flüchtlingsgesundheit in das nationale System wird international anerkannt. Um jedoch eine echte universelle Gesundheitsversorgung zu erreichen, ist kontinuierliche Investition in Personal, Institutionen und Distrikte erforderlich, damit die heutigen Errungenschaften langfristig Bestand haben.Dieser Bericht basiert auf Informationen von WHO, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
