Im Vereinigten Königreich gilt seit Juli 2025 eine gesetzliche Verpflichtung für alle Plattformen, die als schädlich eingestuft werden, das Alter ihrer Nutzer zu prüfen. Der Grenzwert liegt bei 18 Jahren, und ein Zugriff auf die betreffenden Inhalte ist ohne Bestätigung nicht möglich.
Gesetzliche Grundlagen
Die Regelung wurde von der britischen Regierung in Zusammenarbeit mit dem Telekommunikationsregulierer Ofcom erlassen. Sie verlangt von Anbietern, dass sie sicherstellen, dass nur Personen über 18 Zugriff erhalten, wobei die konkrete Prüf‑ und Speicherpraxis von Anbieter zu Anbieter variiert.
Welche Daten werden erhoben
Je nach Verfahren können unterschiedliche Informationen verlangt werden: das reine Ergebnis „über 18“, das Geburtsdatum, ein Foto des Gesichts, ein Ausweisdokument, Kontoinformationen oder die Mobilfunk‑Nummer. Einige Verfahren verlangen nur die Bestätigung des Alters, andere sammeln umfangreichere personenbezogene Daten.
Zugriff und Weitergabe
Während des Verifizierungsprozesses können die Daten vom prüfenden Dienst, von Drittanbietern wie Yoti, Persona, Incode oder Open‑Banking‑Dienstleistern eingesehen werden. In vielen Fällen wird das Ergebnis an die ursprüngliche Plattform übermittelt, wobei weitere Details wie das Geburtsdatum häufig nicht weitergegeben werden.
Speicherung und PrĂĽfungen
Die Aufbewahrungsdauer variiert stark: manche Anbieter löschen Bildmaterial sofort, andere speichern Daten langfristig. Externe Audits durch Spezialfirmen wie NCC Group oder Trail of Bits können Aufschluss darüber geben, ob die Angaben zur Datenlöschung tatsächlich umgesetzt werden.
Verfahren zur AltersprĂĽfung
Zu den gängigen Methoden zählen Gesichtserkennung, Foto‑ID‑Abgleich, Open‑Banking, E‑Mail‑Analyse und Mobilfunk‑Operator‑Checks. Während einige Anbieter die Bildverarbeitung ausschließlich auf dem Gerät durchführen, senden andere das Bild an Server zur Analyse.
Besondere Risiken für LGBTQ‑Personen
Die gesammelten Daten können Aufschluss über sexuelle Orientierung, geschlechtliche Identität oder gesundheitliche Informationen geben. Solche Angaben könnten von Arbeitgebern, Behörden, Familienmitgliedern oder Kriminellen missbraucht werden, um Diskriminierung oder Belästigung zu ermöglichen.
EFF‑Standpunkt
Die Electronic Frontier Foundation kritisiert die derzeitigen Alters‑Gating‑Vorgaben als unverhältnismäßig und fordert deren Abschaffung. Die Organisation arbeitet daran, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu ändern, um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Electronic Frontier Foundation, lizenziert unter Creative Commons Attribution 4.0 (CC BY 4.0). Offene journalistische Inhalte.
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