UN: Verbreitung sexueller Gewalt im Sudan-Konflikt dokumentiert
Kernzahlen des Berichts
Die Vereinten Nationen haben am 23. Juni 2026 einen Menschenrechtsbericht veröffentlicht, der seit Beginn des Krieges im April 2023 insgesamt 546 Vorfälle sexueller Gewalt in 16 von 18 sudanesischen Bundesstaaten verzeichnet. Der Bericht nennt mindestens 838 Opfer, von denen alle bis auf 15 Frauen und Mädchen sind.
Gewalt als Kriegsinstrument
Der Bericht beschreibt sexuelle Gewalt als gezielte Methode, Zivilbevölkerung zu terrorisieren und zu demoralisieren. UN-Hochkommissar für Menschenrechte Volker Türk bezeichnete die Taten als Kriegsverbrechen und mögliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wenn sie im Rahmen einer weit verbreiteten oder systematischen Attacke begangen werden.
Verantwortliche Akteure
Die meisten verifizierten Vorfälle wurden mutmaßlich von Kämpfern in Uniformen der Rapid Support Forces (RSF) sowie von zugehörigen Milizen und arabischen Milizen begangen. Weitere Tätergruppen umfassen die sudanesischen Streitkräfte, verbündete Sicherheitsakteure, die Joint Forces und weitere bewaffnete Bewegungen.
Vielfältige Formen sexueller Gewalt
Der Bericht dokumentiert Vergewaltigungen, Gangvergewaltigungen, sexuelle Sklaverei, Zwangsheirat, erzwungene Prostitution, sexuelle Folter und Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung. Fast ein Viertel der Fälle betrafen Gangvergewaltigungen; ein exemplarischer Vorfall beschrieb das Vergewaltigen einer jungen Frau durch mindestens zehn Männer.
Folgen fĂĽr die Opfer
Mindestens 13 Opfer – darunter Frauen, Männer und Kinder – starben, häufig infolge brutaler Gangvergewaltigungen. Das jüngste Opfer war neun Jahre alt. Mehr als 59 Frauen und Mädchen wurden nach Vergewaltigungen schwanger oder brachten Kinder zur Welt. Viele Überlebende leiden unter schweren medizinischen Komplikationen, verschärft durch das Fehlen funktionierender Gesundheitseinrichtungen.
Ethnische Dimension
In West‑Darfur berichteten Masalit‑Opfer, dass Angreifer vor den Übergriffen nach ihrer Stammeszugehörigkeit fragten und rassistische Drohungen aussprachen. Solche Aussagen deuten auf ethnisch motivierte Angriffe hin.
Forderungen nach Gerechtigkeit
Der UN-Menschenrechtschef forderte unabhängige und unparteiische Untersuchungen aller sexuellen Gewalttaten. Er betonte, dass anhaltende Straflosigkeit die Schäden vertiefe und Zyklen von Verstößen verstärke. Alle Täter, einschließlich jener mit Befehlsverantwortung, müssten zur Rechenschaft gezogen werden, und die Opfer benötigen wirksame Rechtsmittel und Entschädigungen.
Ausblick
Ohne konsequente Aufarbeitung und Präventionsmaßnahmen bestünde das Risiko, dass Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt im Sudan über Jahre hinweg untergraben werden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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