UN-Friedensmissionen melden über das vergangene Wochenende eine deutliche Zunahme von Kampfhandlungen im Süden Libanons sowie eine kritische humanitäre Situation im Gazastreifen, wobei Hilfsteams anhaltenden Zugang fordern.
Eskalation im SĂĽden Libanons
UNIFIL beobachtete intensive Aktivitäten israelischer Streitkräfte, darunter ausgedehnte Luftangriffe in der Nähe mehrerer Dörfer, Marineoperationen vor Naqoura und DrohnenflĂĽge, die laut Berichten von der Hisbollah gesteuert wurden. Am Freitag blockierten israelische Panzer die StraĂźe zu Al Bayyada, wodurch UNIFIL-Patrouillen behindert wurden. An einem UNIFIL-Standort traf Maschinengewehrfeuer ein UN-Fahrzeug. „Wir wiederholen nachdrĂĽcklich, dass unsere Friedenssicherungskräfte niemals Ziel von Angriffen sein dĂĽrfen und ihre Sicherheit jederzeit von allen Parteien gewährleistet werden muss“, erklärte UN‑Sprecher StĂ©phane Dujarric.
Humanitäre Lage in Libanon
Die libanesischen Behörden meldeten, dass bei den jüngsten Angriffen 13 Menschen – darunter ein Kind und vier Frauen – getötet und 32 weitere verletzt wurden. Mehr als 124 000 Personen befinden sich derzeit in 625 Schulen und öffentlichen Gebäuden. Neue Vertreibungsanordnungen in 11 Städten des Nabatieh-Bezirks führten zu weiteren Fluchtbewegungen. Viele Rückkehrende fanden ihre Häuser zerstört oder unzugänglich und kehrten in die Unterkünfte zurück.
Gesundheitskrise
Nach Angaben von UN‑Agenturen und Partnern ist die Lage „hochgradig volatil“, insbesondere in den sĂĽdlichen Gebieten und an Orten, an denen Vertriebenen versuchen zurĂĽckzukehren. Drei Krankenhäuser und 41 Primär‑Gesundheitszentren sind nicht betriebsfähig, weitere funktionieren nur eingeschränkt. Die eingeschränkte Versorgung erhöht das Risiko von Komplikationen, vermeidbaren Todesfällen und einer sich ausweitenden Gesundheitskrise.
Situation im Gazastreifen
Der UN‑Hilfschef Tom Fletcher betonte, dass Helfer weiterhin „intensiv daran arbeiten, die palästinensische Zivilbevölkerung zu unterstĂĽtzen“, jedoch „nachhaltigen Zugang, zivilen Schutz, Neutralität und Partnerschaft“ benötigen. In der vergangenen Woche wurden Zelte, Bettzeug und NotfallausrĂĽstung an fast 4 500 Haushalte geliefert; in der Umgebung von Khan Younis wurden verbesserte NotunterkĂĽnfte errichtet. Mehr als 6 600 Personen benötigen Prothetik‑ und Rehabilitationsdienste, wobei nur acht Techniker im Gazastreifen verfĂĽgbar sind. Rund 20 % der Amputierten seien Kinder, und die Versorgung könnte fĂĽnf Jahre oder länger dauern.
Ausblick und Appelle
UN‑Sprecher Dujarric forderte alle Konfliktparteien auf, die Sicherheit von Friedenssicherungskräften zu gewährleisten und den ungehinderten Zugang humanitärer Hilfe sicherzustellen. Fletcher appellierte an die internationale Gemeinschaft, die humanitäre Lage durch verstärkte Mittel und Schutzmaßnahmen zu entschärfen, um die wachsende Gesundheitskrise und die Not von Vertriebenen zu lindern.
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