International: UN-Bericht zeigt massive Verzögerungen bei Gleichstellung
Kernergebnis des Berichts
Der aktuelle UN-Bericht stellt fest, dass bei dem derzeitigen Fortschritt die Erreichung vollständiger Gleichstellung noch 171 Jahre benötigen würde. Keiner der Indikatoren des Sustainable Development Goal 5 (SDG 5) liegt auf dem Weg, das ursprüngliche Zieljahr 2030 zu erreichen.
Politische Führung
In sechs von sieben untersuchten Ländern wird die Regierung von einer klaren Mehrheit einer Personengruppe geführt, die bislang die meisten Leitungspositionen innehat. Die Kosten für Kandidaturen können das Hundertfache des durchschnittlichen Pro-Kopf‑Einkommens eines Landes betragen, wodurch ein erheblicher Teil der Bevölkerung von einer Kandidatur abgehalten wird. In einigen Staaten sehen bis zu acht von zehn Personen, die für ein Amt antreten, Gewalt im öffentlichen Leben.
Wirtschaftliche und sicherheitsrelevante Leitungspositionen
Nahezu neun von zehn Verteidigungsministern und über acht von zehn Finanzministern gehören zu jener Personengruppe, die bislang die meisten Leitungspositionen innehat. Weltweit sind nur sechs Prozent der CEOs dieser Gruppe zugeordnet, und weniger als zwanzig Prozent der höchsten Gerichte werden von ihr besetzt.
Gewalt und Diskriminierung
Fast ein Fünftel der Mädchen wird vor dem 18. Lebensjahr verheiratet, und schätzungsweise 230 Millionen Menschen haben weibliche Genitalverstümmelung überlebt. Rund ein Drittel der Bevölkerung hat im Laufe ihres Lebens Partner‑ oder Sexualgewalt erfahren; allein in den letzten zwölf Monaten meldeten 316 Millionen Personen körperliche oder sexuelle Gewalt durch einen engen Partner.
Rechtliche Rahmenbedingungen
Der Bericht zeigt, dass kein einziges Land volle rechtliche Gleichstellung erreicht hat. In 51 Prozent der 131 untersuchten Länder bestehen bedeutende rechtliche Lücken, und fast zwei Drittel bieten kaum rechtlichen Schutz für Landrechte, was den Zugang zu Eigentum erschwert. Weniger als 30 Prozent der Länder gewährleisten gemeinsame Grundbucheintragungen oder die Beteiligung der betroffenen Gruppe an der Landverwaltung.
Finanzierung und institutionelle Unterstützung
Entwicklungs‑ und Gleichstellungsprogramme verzeichnen die tiefsten Kürzungen seit 2021. Ein Viertel der institutionellen Mechanismen für Gleichstellung erlebte in den vergangenen zwei Jahren Budgetkürzungen, ein Drittel sah eine Erosion ihrer institutionellen Macht. Gleichzeitig berichten 42 Prozent der UN‑Einheiten von einer Schwächung ihrer Gleichstellungsbemühungen.
Aussage der UN‑Vertretung
„Was der Gender Snapshot 2026 zeigt, ist kein unvermeidlicher Trend“, erklärte Li Junhua, UN‑Unter‑generalsekretär für Wirtschaft und Soziales. „Er ist das Ergebnis von Entscheidungen, die durch Daten sichtbar werden. Investitionen in Gleichstellung, Institutionen und statistische Systeme sind keine Kosten, sondern der schnellste Weg zurück zum Versprechen der Agenda 2030 für gleiche Macht für alle.“Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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