UN: UN-Bericht zu Gewalt in Haiti
Ein neuer Bericht der Vereinten Nationen dokumentiert, dass in einem Zeitraum von viereinhalb Monaten bis zum 31. Juli 2026 in zwei Stadtteilen der haitianischen Hauptstadt Port‑au‑Prince mindestens 613 Menschen von Gangs getötet und 375 weitere verletzt wurden.
Opferzahlen
Laut dem Designated Human Rights Expert für Haiti, William O’Neill, waren mehr als ein Drittel der Opfer keine Mitglieder von Gangs. Darunter befanden sich 111 Männer, 111 Frauen und 77 Kinder. Zusätzlich wurden 176 Frauen und Mädchen Opfer von Vergewaltigungen, die laut Bericht häufig als Vergeltungsmaßnahme gegen Bewohner von rivalisierenden Gebietskontrollen eingesetzt wurden.
Gewaltakte
Der Bericht nennt mehrere exemplarische Vorfälle: Zwei 17‑jährige Jungen wurden von einem Gangleiter erschossen, weil sie angeblich Informationen an eine gegnerische Gruppe weitergegeben hatten. Ein 71‑jähriger Mann wurde getötet, nachdem er den Anführer um Nahrung gebeten hatte. Siebenundzwanzig Jungen im Alter von 15 bis 17 Jahren wurden gemeinsam erschossen, weil sie verdächtigt wurden, für rivalisierende Gangs zu arbeiten.
Sexuelle Gewalt
Ein besonders schwerwiegender Aspekt des Berichts ist die systematische sexuelle Gewalt. Maskierte Männer schlugen einer dreiköpfigen Mutter mit den Laufenden ihrer Waffen auf den Kopf, bevor sie sie vor ihren Kindern vergewaltigten. In einem weiteren Fall wurde das Haus einer Frau in Brand gesetzt, ihr Mann und ihre zweijährige Tochter wurden dabei getötet, und die Frau wurde anschließend von mehreren bewaffneten Männern vergewaltigt, während ihr zehnjähriger Sohn zusah.
Vertreibung
Durch die anhaltende Unsicherheit wurden mehr als 18 000 Menschen gezwungen, ihre Wohnungen zu verlassen und in provisorischen Unterkünften Zuflucht zu suchen.
Reaktion der UN
William O’Neill betonte, dass die Gewalt nicht nur die Sicherheit einzelner Stadtteile, sondern die gesamte humanitäre Lage in Haiti destabilisiere. Er forderte die haitianische Regierung sowie internationale Partner auf, dringende Schutzmaßnahmen zu ergreifen und den Opfern umfassende Unterstützung zu bieten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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