Die UN-Entwicklungsorganisation hat einen neuen Bericht veröffentlicht, der die kritische Lage von Weideländern in Botswana, Kasachstan und Kenia dokumentiert. Demnach sind rund 2 Milliarden Menschen auf diese Flächen für Nahrung, Vieh und Lebensunterhalt angewiesen, während bis zu 40 % bereits stark degradiert sind.
Befunde aus Botswana
In Botswana, wo Weideländer einen großen Teil der Landesfläche ausmachen, zeigen aktuelle Ökosystembewertungen, dass invasive Pflanzenarten und häufigere Dürreperioden die Grünflächen reduzieren. Mehr als 2 000 Akteure, darunter Regierungsbehörden, Forschende und traditionelle Wissens‑Träger, lieferten Daten, die belegen, dass die landwirtschaftliche Nutzfläche schrumpft.
Situation in Kasachstan
Im kasachischen Kyzylorda‑Becken sind über 80 % der Weideflächen bereits degradiert, nachdem das Aralsee‑Becken zu einer 5,4‑Millionen‑Hektar großen Salz‑Wüste wurde. Die dortige Regierung hat ein umfangreiches Studienprogramm gestartet, das die Wechselwirkungen von Klima, Boden und Wasser untersucht und bereits 337 000 Hektar mit Saxaul‑Bäumen wiederbepflanzt hat; das Ziel ist, bis 2030 rund 1,1 Millionen Hektar zu renaturieren.
Entwicklung in Kenia
Satellitenaufzeichnungen seit 1990 zeigen, dass die Grasflächen im Marsabit‑Bezirk in Kenia stetig austrocknen und die angrenzende Chalbi‑Wüste voraussichtlich ihr Doppelte erreichen wird, wenn keine Gegenmaßnahmen erfolgen. Die kenianische Initiative kombiniert 33‑jährige Satellitendaten mit Erinnerungen von einheimischen Ältesten, um Flutlenkungs‑ und Wiederbepflanzungsprojekte zu planen.
Gemeinsame Handlungsansätze
Alle drei Länder setzen auf eine Mischung aus harten Daten und lokalem Wissen. Traditionelle, gemeinschaftsbasierte Landverwaltung stärkt die Widerstandsfähigkeit der Weideländer, während staatliche Programme Aufforstung, Bewässerungs‑ und Wiederherstellungspläne umsetzen. Schulungen ermöglichen es den Bewohnern, Veränderungen eigenständig zu überwachen.
Ausblick auf die UN‑Konferenz
Die Ergebnisse werden auf der UN‑Konferenz zur Desertifikation in Ulaanbaatar, Mongolei, vom 17. August an diskutiert. Das Biodiversity and Ecosystem Services Network (BES‑Net) präsentiert dabei die Erkenntnisse als Teil der UN‑Entwicklungsprogramme, die den globalen Naturschutz stärken sollen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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