UN-Organisationen teilten am Donnerstag mit, dass die Zahl zerstörter Gebäude im Gazastreifen seit dem Waffenstillstand im Oktober 2025 um neun Prozent zugenommen habe. Die aktuelle Schätzung basiert auf Satellitenbildern des UN Satellite Centre (UNOSAT) und zeigt, dass rund 82 % aller Strukturen beschädigt sind, wobei etwa zwei Drittel vollständig zerstört wurden – das entspricht etwa 200.000 Gebäuden.
Steigende Zerstörung und eingeschränkter Zugang
UNRWA berichtete, dass seit dem Waffenstillstand Meldungen über Abrisse von Schulen und anderen UN‑Einrichtungen eingegangen seien, jedoch konnten diese wegen anhaltender Zugangsbeschränkungen nicht unabhängig verifiziert werden. Trotz weitgehend ruhiger Waffenlage bleiben die Risiken durch nicht detonierte Sprengkörper hoch.
Gefahren durch Blindgänger
Mehr als 15.000 Personen nahmen in der vergangenen Woche an Aufklärungs‑ und Sensibilisierungsveranstaltungen zu explosiven Gefahren teil, während 18 Bewertungen von Minenräumungs‑Partnern durchgeführt wurden, um den Weg für Trümmerbeseitigung, Neubau von Unterkünften und Wiederaufnahme landwirtschaftlicher Tätigkeiten zu ebnen.
Versorgungsengpässe
UNRWA wies auf anhaltende Engpässe bei Schmieröl und anderen kritischen Verbrauchsgütern hin, die den Betrieb von Generatoren, Fahrzeugen und sonstiger Ausrüstung beeinträchtigen. Diese Knappheit gefährde die Kontinuität von Gesundheits‑, Bildungs‑ und anderen lebenswichtigen Diensten.
Humanitäre Unterstützung
Partnerorganisationen stellten in der letzten Woche über 3.300 Haushalten Notunterkünfte bereit, darunter fast 500 neue Zelte und eine ähnliche Anzahl von Planen. Zusätzlich wurden tausende Bettwaren und Solarlaternen verteilt, um die Sicherheit in den Nächten zu erhöhen.
Ernährung und Bildung
Von 1. bis 9. August erhielten fast 60.000 Haushalte monatliche Lebensmittelpakete, jeweils drei Pakete und einen 25‑kg‑Mehlbeutel, was den Kalorienbedarf von über 100 % der Empfänger deckt. Täglich bereiteten rund 100 Küchen etwa 700.000 Mahlzeiten an über 1.000 Standorten zu, und mehr als zwei Dutzend subventionierte Bäckereien lieferten rund 100.000 Brotpakete. Ein temporärer Lernraum von UNRWA in Jabalia nahm seit seiner Eröffnung am 10. August 41.849 Kinder im Alter von drei bis neun Jahren auf.
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