Ein neuer UN‑Bericht, veröffentlicht am 9. Juni 2026, beziffert die Zerstörung in Beirut und im Berglebanon auf mehr als 365 Millionen Dollar und bestätigt die Tötung von acht Personen bei Luftangriffen auf die südländische Stadt Tyre.
Methodik und Umfang der Bewertung
Die Bewertung wurde vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Rat fĂĽr Wissenschaftliche Forschung Libanons und weiteren Partnern durchgefĂĽhrt. Sie kombiniert Satellitenbilder, Analysen mittels kĂĽnstlicher Intelligenz und Feldverifikationen, um ein umfassendes Bild der TrĂĽmmermenge von rund 649.000 Kubikmetern zu liefern.
Ausmaß der Zerstörung
Insgesamt wurden 146 Gebäude vollständig zerstört und 264 Gebäude teilweise beschädigt. Auf Wohnungsebene bedeutet das die Zerstörung von 3.168 Wohneinheiten und die Beschädigung von 4.437 weiteren Einheiten. Die schwerste Zerstörung wurde in den südlichen Vororten Beiruts sowie in angrenzenden Gebieten des Berglebanons verzeichnet, darunter Haret Hreik, Hadath, Chiyah, Burj el‑Barajneh, Laylaki und Choueifat‑Amroussieh.
Humanitäre Lage
Seit Beginn der Eskalation am 2. März haben über eine Million Menschen über die offizielle Regierungsplattform als vertrieben gemeldet. Von diesen befinden sich mehr als 134.000 Personen weiterhin in Sammelunterkünften, während 642 Notunterkünfte in Betrieb sind. Berichte von Hilfsorganisationen weisen auf zunehmende Überbelegung, Obdachlosigkeit und unsichere Wohnverhältnisse hin, wobei Kinder besonders von Angst, Schlafstörungen und emotionaler Belastung betroffen sind.
Gesundheitssektor unter Druck
Die anhaltenden Angriffe auf das Gesundheitssystem haben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Partnern des Gesundheitssektors seit dem 2. März 196 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen verzeichnet, die 131 Todesopfer und 379 Verletzte forderten. Rund 50 Angriffe richteten sich seit Mitte April gezielt gegen Gesundheitspersonal, Einrichtungen und Patienten, wodurch die ohnehin schwache Versorgung weiter beeinträchtigt wird.
Reaktion der Vereinten Nationen
In einer Stellungnahme vom 8. Juni erklärte der Sprecher des UN‑Generalsekretärs António Guterres, dass der Chef der Vereinten Nationen „tief beunruhigt“ über die erneute Eskalation sei und alle Parteien aufforderte, „sofortige Einstellung der Angriffe, maximale Zurückhaltung und Vermeidung von Handlungen, die die bereits volatile Situation weiter anheizen könnten“, zu zeigen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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