Die Vereinten Nationen haben die humanitäre Unterstützung in Westkolumbien ausgeweitet, um mehr als 100.000 Menschen zu versorgen, nachdem ein Erdbeben der Stärke 7,4 erhebliche Zerstörungen verursacht hat. Die Maßnahme ist Teil der Koordination des UN‑Humanitären Koordinierungszentrums (OCHA) und des Welternährungsprogramms (WFP).
Ausmaß der Katastrophe
Das Beben hat 15 Departements und 472 Gemeinden betroffen. Nach Angaben von OCHA wurden bis zum 17. August 304 Menschen getötet, 4.400 verletzt und 426 vermisst. Mehr als 26.500 Häuser wurden zerstört, über 75.000 Schüler haben keinen sicheren Zugang zu ihren Schulen, da 1.631 Bildungseinrichtungen beschädigt und 263 teilweise oder vollständig eingestürzt sind. Insgesamt sind rund 186.000 Menschen von den Folgen betroffen.
Humanitäre Soforthilfe
Das Welternährungsprogramm (WFP) plant, in den nächsten drei Monaten Lebensmittelhilfe für 100.000 Menschen zu leisten und fordert dafür 23 Millionen US‑Dollar. Bereits am Sonntag erhielten über 2.000 Menschen in Pereira und Quibdó Nahrungsmittel. In ländlichen Gebieten, in denen Märkte nicht funktionieren, wird direkte Lebensmittelhilfe priorisiert, während in städtischen Gebieten Bargeldunterstützung ausgebaut wird, um lokale Wirtschaftskreisläufe zu stärken. Vier mobile Lagereinheiten stehen bereit, zusätzliche Vorräte können aus dem UN‑Humanitären Reaktionsdepot in Panama bereitgestellt werden.
Logistische und sicherheitsrelevante Hindernisse
Der Zugang zu den am stärksten betroffenen Gebieten bleibt schwierig. Mindestens 16 Straßen und 10 Brücken wurden durch Erdrutsche beschädigt, was den Transport von Hilfsgütern erschwert. In einigen ländlichen Regionen behindern nichtstaatliche bewaffnete Gruppen die Bewegungsfreiheit von Hilfsteams.
Vulnerabilitäten und zusätzliche Risiken
Vor dem Beben litten fast sieben Millionen Menschen in Kolumbien bereits unter moderater bis schwerer Ernährungsunsicherheit. In den am stärksten betroffenen Departements Chocó und Valle del Cauca war bereits vor dem Erdbeben rund ein Drittel der Bevölkerung von Nahrungsmittelknappheit betroffen. Das Internationale Amt für Migration (IOM) warnt, dass die Kombination aus Vertreibung, Familienzertrennung und Einkommensverlust das Risiko von Menschenhandel erhöhen kann. Die Behörde rät betroffenen Personen, offizielle Unterstützungsangebote zu nutzen und persönliche Dokumente nicht an Unbekannte weiterzugeben.
Koordination und weitere Akteure
UNICEF und weitere Partner haben in Quibdó bereits Lebensmittel für zahlreiche Familien bereitgestellt und Hygienekits verteilt. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) unterstützt die nationale Regierung mit Satellitenbildern zur Bewertung von Bevölkerungsexposition und Gebäudeschäden. OCHA koordiniert die humanitäre Reaktion in den betroffenen Departements, während Schutzteams sichere Räume für Kinder und Jugendliche, Familienzusammenführungen und Maßnahmen zur Verhinderung von geschlechtsspezifischer Gewalt in Notunterkünften anbieten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von United Nations, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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