International: Erinnerung an das Massaker von Srebrenica
Gedenkveranstaltung der Vereinten Nationen
Am 9. Juli 2026 hielt die Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Gedenkveranstaltung zum Internationalen Tag der Reflexion und Erinnerung an das Massaker von Srebrenica ab. Dabei wurden die mehr als 8.000 bosnisch‑muslimischen Männer und Jungen, die im Juli 1995 von bosnisch‑serbischen Truppen ermordet wurden, sowie die überlebenden Frauen und Kinder in den Mittelpunkt gestellt.
Hintergrund des Massakers
Das Massaker in Ostbosnien war das größte Gewaltereignis in Europa seit dem Holocaust und ein besonders dunkles Kapitel der Balkankriege nach dem Zerfall Jugoslawiens. Die bosnisch‑serbische Armee überrannte Srebrenica, das zuvor durch die UN‑Resolution 819 (1993) als sichere Zone ausgewiesen war. Viele Opfer suchten Schutz im UN‑Komplex in Potočari, wurden jedoch von ihren Familien getrennt, erschossen und in Massengräbern verscharrt.
Zeugnis eines Ăśberlebenden
Hasan Hasanović, Leiter des Oral‑History‑Programms des Srebrenica‑Gedenkzentrums, berichtete in der Generalversammlung von seiner Flucht mit Vater und Zwillingsbruder Husein. Nach der Trennung von seiner Familie wanderte er tagelang allein durch den Wald, geplagt von Angst, Hunger und Artillerieangriffen. „Angst war das Einzige, was mich am Laufen hielt“, sagte er. Jahre später begrub er die Überreste seines Vaters und Bruders selbst, nachdem diese aus den Massengräbern geborgen worden waren.
Aufruf zur kollektiven Verantwortung
Chaloka Beyani, Sonderberater für die Verhinderung von Völkermord und Unter‑Sekretär‑General der Vereinten Nationen, betonte, dass das Massaker dauerhaft auf dem kollektiven Gewissen der internationalen Gemeinschaft lasten werde. Er forderte einen Moment der Stille, um die Opfer und die Frauen sowie Mädchen, die aus der Enklave vertrieben und danach gefoltert wurden, zu ehren. Die Internationalen Gerichte – der Internationale Gerichtshof und das Internationale Strafgericht für das ehemalige Jugoslawien – haben das Geschehen als Völkermord anerkannt.
Warnung vor neuer Gewalt
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, dessen Worte vom Chef de Cabinet Earle Courtenay Rattray vorgelesen wurden, verwies darauf, dass Hassrede weltweit zunimme und Diskriminierung, Extremismus und Spaltung fördere. Er mahnte, dass die internationalen Institutionen frühzeitig eingreifen müssten, da Prävention die sicherste Form des Schutzes sei.
Gefahr der Völkermordleugnung
Denis Bećirović, Vorsitzender der Präsidentschaft von Bosnien‑ und Herzegowina, warnte davor, dass die Leugnung des Völkermords ein neuer Angriff auf die Lebenden sei und die Integrität des Völkerrechts gefährde. Er forderte, dass Gerichtsurteile nicht zu politischen Kalkülen herabgestuft werden dürften.
Appell für das Versprechen „Nie wieder“
Annalena Baerbock, Präsidentin der Generalversammlung, erinnerte daran, dass Völkermord nicht mit Massengräbern beginne, sondern mit Hass, Diskriminierung und Rhetorik, die Menschen ihrer Würde beraube. In einer Videobotschaft forderte sie die internationale Gemeinschaft auf, das Versprechen „Nie wieder“ nicht nur zu wiederholen, sondern aktiv umzusetzen.
Persönliche Schicksale und Aufruf zum Handeln
Emina Sinanović, die im Alter von fünf Jahren ihren Vater, Großvater und Onkel in Srebrenica verlor, schilderte, dass das Trauma ihr Leben bis heute präge. Sie betonte, dass Völkermord nicht endet, wenn das Töten stoppt, und rief dazu auf, das Leugnen von Völkermord als Fortsetzung desselben zu betrachten. Ihr Appell richtete sich an die Welt, nicht wegzuschauen.
Ausblick
Die Vereinten Nationen bekräftigten ihr Engagement, die Erinnerung an Srebrenica wachzuhalten und präventive Maßnahmen zu stärken, um zukünftige Gräueltaten zu verhindern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required).
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