UN-Experte bezeichnet Wahl in Myanmar als Scharlatanerie
Der von dem UN-Menschenrechtsrat ernannte Sonderberichterstatter Tom Andrews hat die erste Phase der Wahl in Myanmar als nicht frei, nicht fair und nicht legitim bezeichnet und die internationale Gemeinschaft aufgefordert, den Prozess abzulehnen.
Kernkritik des Sonderberichterstatters
Andrews erklärte, die Wahl sei eine von der Militärjunta inszenierte Täuschung, die darauf abziele, die militärische Herrschaft zu festigen, anstatt den Willen der Bevölkerung widerzuspiegeln.
Hintergrund der Wahl
Der Wahlvorgang begann am 28. Dezember 2025 als erste von drei geplanten Phasen, die von der seit dem Militärputsch im Februar 2021 regierenden Junta organisiert wurden.
Niedrige Wahlbeteiligung und Ergebnis
Berichte zufolge war die Wahlbeteiligung sehr gering. Offizielle Angaben zeigen, dass die von der Junta unterstützte Union Solidarity and Development Party fast 90 % der umstrittenen Sitze im Unterhaus gewann.
Zwangsmaßnahmen durch das Militär
Nach Angaben des Sonderberichterstatters wurden junge Menschen mit der Androhung von Wehrdienst zum Wählen gezwungen. Zudem sei Druck auf Vertriebenen, Studenten, Beamte und Gefangene ausgeübt worden, indem ihnen humanitäre Hilfe, Bildung, Ausweisdokumente oder andere Grundleistungen verwehrt werden könnten.
Reaktionen der internationalen Gemeinschaft
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte Volker Türk hatte bereits vor der Wahl vor einem Klima aus Angst, Gewalt und massiver Repression gewarnt, das keine freie oder sinnvolle Teilnahme ermögliche.
Aufruf zum Schutz von Zivilisten
Andrews forderte alle bewaffneten Gruppen auf, Angriffe auf Zivilisten zu unterlassen und betonte, dass solche Angriffe illegal und inakzeptabel seien.
Ausblick auf die kommenden Wahlphasen
Die zweite und dritte Wahlrunde sind für den 11. Januar und den 25. Januar 2026 geplant, doch die Junta hat bereits angekündigt, in mindestens 65 Kreisstädten und tausenden Ortsteilen keine Abstimmung abzuhalten, was die Kontrolle über weite Teile des Landes weiter in Frage stelle.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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